St. Ulrich Holzhausen

Die Holzhauser Filialkirche zeichnet sich weniger durche eine bemerkenswerte Architektur als vielmehr durch ihre reizvolle Höhenlage aus. Sie steht auf einer schmalen, nach Norden zum Kittenbach auslaufenden Geländestufe, deren Plateau wahrscheinlich im Mittelalter künstlich erhöht worden war.

Kirche und Pfarrei Holzhausen wurden 1226 erstmals erwähnt, als Otto Fuez sein Patronatsrecht dem Kloster Bernried übergab. Im 17. Jahrhundert war das "5 Stund Wegs weite
Pfärrl Holzhausen" für das Kloster zu uneinträglich. Von nun an wurde es als Filiale von den Uttinger Pfarrern versorgt.

Das Langhaus der Kirche stammt aus der romanischen Zeit - vermutlich dem 12. Jahrhundert - und ist aus Tuffquadern gemauert. Der halbrunde Chor, die Sakristei sowie das Oberteilk des Turmes entstanden in den Jahren 1725-1730.

1673 wurde mit einer mehrjährigen Restaurierung begonnen, die der Kirche, zumindest was die Ausstattung anbelangt, noch heute ihr Gesicht gibt. 1833/34 entstand ein neuer Westgiebel, der westliche Teil der südlichen Langhausmauern wurde neu aufgezimmert. Die letzte Renovierung wurde 1974 fertiggestellt.

  Der barocke Hochaltar wurde 1676 von dem Weilheimer Bildhauer Ambrosius Degler und dem Dießener Kunstschreiner Michael Tablander angefertigt, allerdings nicht in der heutigen Gestalt. Der Hochaltar wurde nachträglich breiter und höher gemacht, damit er den 1725-30 neu erbauten Altarraum räumlich besser ausfüllen konnte.

Die Putten schuf der Landsberger Bildhauer Johann Luidl. Die drei Hauptfiguren des Hochaltars, der Hl. Ulrich, links die Hl. Afra und rechts die Hl. Barbara sind von Ambrosius Degler. Der Tabernakelaufbau stammt aus den Jahren um 1800. Das Deckenfresko von dem Oberfinninger Maler Caspar Schäffler zeigt den Hl. Ulrich von Engeln umgeben. Die Figur des Hl. Josef links im Chorraum ist ein Werk von Lorenz Luidl aus dem 18. Jahrhundert.

Die beiden Seitenaltäre sind den Stilformen nach um 1675 entstanden. Auf dem linken Altar ist Christus mit Maria und dem Hl. Michael zu sehen. Der rechte Altar zeigt die Hl. Mechthildis und die Hl. Agatha. Die dazugehörenden Figuren sind die Hl. Anna mit Jesus und Maria (Anna Selbdritt) und eine Pietà. Entstanden sind diese Figuren im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts.

Die alte Bohlentüre aus der Mitte des 17. Jahrunderts hat einen sehr seltenen hölzernen Riegelkorb, weshalb zum Auf- und Zusperren ein riesiger Schlüssel erforderlich ist. Die 1977 entstandenen Kreuzwegstationen sind Hinterglasmalereien eines Gilchinger Künstlers.