Alle Nachrichten der Pfarreiengemeinschaft

Fest Kreuzerhöhung | Damit die Welt durch ihn gerettet wird

Patrozinium in Heilig Kreuz 2020 | 13. September 2020


Evangelium nach Johannes 3,13:

„In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.

Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern, damit die Welt durch ihn gerettet wird.“


Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern, damit die Welt durch ihn gerettet wird. Diesen Satz werden wir uns merken! Mehr an Glaube braucht es nicht.

Eine ganze Nacht reden Jesus und Nikodemus miteinander und das Gespräch endet mit diesem Satz. Wenn uns Christen jemand fragt: Was ist Dein Glaube wert in diesen Zeiten der Pandemie, werden wir antworten können: Gott wird diese seine Welt nicht vor die Hunde gehen lassen. Mit diesem Garantieschein Jesu werden wir auch das uns Mögliche tun, dass niemand vor die Hunde gehen muss.

Unser Festtag, das Patrozinium von Heilig Kreuz im Jahr 2020, geht auch mit kleinem Chor, ohne Blasmusik und gefüllte Kirchenbänke. Unser Patrozinium feiern wir mit dem Ehrenwort Jesu: Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern, damit die Welt durch ihn gerettet wird. Jetzt sind wir – coronabedingt - nur 40 Leute in der Kirche, die das Wort Jesu gehört haben. Sagen wir es weiter, wo immer auch das Gespräch von der Corona-Krise handelt. Mehr an Perspektive mit Zuversicht hat nämlich niemand zu bieten. Mit dem Wort Jesu brauchen wir nicht hinter dem Berg zu halten. Patrozinium 2020 völlig im Trend, sagt man dazu wohl heute.

Ist es nun Zufall oder ein kräftiger Schuss Geist Gottes, wenn am Festtag Kreuzerhöhung für unser Patrozinium 2020 gerade dieser Evangelientext vorgetragen und gehört werden soll, der passgenau auf unsere krisenhafte Weltsituation passt?

Wer unsere Kirche betritt, wird sofort von der Faszination des Chorraumes beeindruckt sein. Ein Chorraum, der etwas Himmlisches anzudeuten scheint und in dieser Sphäre unübersehbar Jesus Christus – ohne die Kreuzesbalken, die Arme ausgebreitet, als wolle er uns alle umarmen, damit wir alle in dieser, in seiner Sphäre sind. Jedes Zusammensein in dieser Kirche ist eine Umarmung durch Jesus Christus.

Ein anderer Gedanke drängt sich auf beim Blick auf die mächtige Figur im Altarraum: Jesus ist nicht mehr angenagelt – nur am Kreuz war er angenagelt – zuvor aber hat er sich nie festnageln lassen auf die Meinungen der Menschen, auf ihre Urteile und Vorurteile. Ein Mensch von innerer Freiheit – so haben die Menschen von damals Jesus erfahren. Und sie haben geahnt, dass solche Freiheit nur von Gott stammt. Wie viel Botschaft steckt in diesem nicht angenagelten Christus für uns Christen von heute? Oder wie es in der zweiten Lesung zu hören war: Wir beugen unser Knie nur vor diesem Herrn Jesus Christus. Die Begegnung der Menschen von damals mit diesem Menschensohn hat sie frei gemacht und befreite Persönlichkeiten werden lassen. Wir spüren, wie solches Befreitwerden gerade heute nottut. Die Corona-Maßnahmen haben – wir spüren es – so manches in unserer Kirche ins Rutschen kommen lassen. Ich denke jetzt gerade an die Erstkommunion, die die Kinder und die Eltern ganz schön beutelt. Darin steckt unausgesprochen aber auch die gute Frage: Wird es auch eine Zweitkommunion der Kinder und deren Eltern geben?

Machen wir uns darauf gefasst, dass uns in den nächsten Monaten noch manches in unserer Kirche durcheinanderbringen kann.

In jedem Jahr hat unser Patrozinium wieder eine ganz eigene Färbung. Zum Patrozinium 2020 nehmen wir am besten alle Farben des Regenbogens. Denn die Farbe Schwarz und die Schwarzmalerei sind keine Hilfe, die uns Zuversicht gibt. Das haben schon die Künstler im Chorraum unserer Kirche ausdrücken wollen.

Georg Kappeler SJ
Foto: © Marius Langer

Caritas-Sammlung Herbst 2020

Aufruf zu Caritas-Herbstsammlung 2020
28. September bis 4. Oktober 2020
Kirchenkollekte am 27. September 2020

Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein, so Christian Morgenstern.

Wie alle anderen auch sind wir von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Ich bin sehr dankbar, dass unsere Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe bisher von schlimmen Infektionsereignissen verschont worden sind. Das gleiche gilt für unsere Sozialstationen und für unsere Caritas-Beratungsstellen, für unsere Tafelläden und für unsere Tagesstätten. Wir trauern mit denen, die Opfer zu beklagen haben. Wir hoffen und beten, dass die Angelegenheit für alle weltweit ein gutes Ende finden wird.

Und dann? Machen wir einfach so weiter wie vor der Corona-Krise? Ich hoffe nein und fürchte ja. Meine Hoffnung ist, dass wir alle klüger geworden sind, dass wir wieder die wichtigen von den unwichtigen Dingen unterscheiden werden. Ich fürchte allerdings, dass viele Menschen, sobald die Wege frei sind, in ihr altes Leben, in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen. Ungleich schlimmer bleibt die Situation der Klientinnen und Klienten unserer Caritasdienste, -stellen und -einrichtungen. Armut, Krankheit, Verzweiflung und Einsamkeit zeigen sich auch dort jeden Tag aufs Neue. Wir tun, was wir können, um die ärgste Not zu lindern, um Vertrauen, Zuversicht, Hoffnung zu wecken. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle systemrelevant sind und ganz besonders unsere Klientinnen und Klienten. Zeigen sie doch alle die Fehler im System, und das nicht erst seit Corona.

Wir brauchen Sie: Helfen Sie uns, unterstützen Sie uns! Ich danke Ihnen!

Domkapitular Dr. Andreas Magg
Diözesan-Caritasdirektor

Ab dem 28. September werden die Spendenbriefe von Ehrenamtlichen an alle Haushalte unserer Pfarreiengemeinschaft verteilt. Ein Drittel des Sammlungsergebnisses verbleibt in der jeweiligen Pfarrei, damit wir bei Notlagen vor Ort unbürokratisch und schnell helfen können. Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Caritas!

Ihr Arbeitskreis Caritas
in der PG Utting-Schondorf

Absage Leonhardiritt 2020

ABSAGE LEONHARDIRITT

Der Leonhardiritt kann in diesem Jahr leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Wir hoffen auf einen um so schöneren Leonhardiritt in kommenden Jahr.

23. Sonntag im Jahreskreis | Ausgrenzung kennt Jesus nicht

23. Sonntag im Jahreskreis | 6. September 2020

Evangelium: nach Matthäus 18,15:

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.

Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, war ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Weiter sage ich euch: Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

„Wort des lebendigen Gottes“, sagen Lektorin oder Lektor, nachdem sie den Bibeltext vorgetragen haben. Wir antworten liturgisch korrekt: „Dank sei Gott.“ „Die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus“, sagt der Diakon oder Priester nach dem Evangelium. Wir antworten – wieder liturgisch korrekt: „Lob sei Dir Christus.“ Ich möchte Sie heute einmal einladen, wenn wir die drei Bibeltexte gehört haben, zu der Frage: Ist das tatsächlich alles so „Wort des lebendigen Gottes“ oder „die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus“? Ganz sicher sind wir aber auf der Spur Jesu, wenn wir unseren Gottesdienst begonnen haben: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Evangelium ist nun nicht gleich Evangelium. Das heißt zu Deutsch: Nicht alles, was da drinnen steht, ist „die Frohbotschaft unseres Herrn Jesus Christus“. Der Satz: „ ... dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ ist keine Frohbotschaft und kann auch nicht aus dem Munde Jesu stammen. Ausgrenzung von Menschen kennt Jesus nicht.

22. Sonntag im Jahreskreis | Was nützt es dem Menschen ...?

22. Sonntag im Jahreskreis | 30. August 2020

Evangelium: nach Matthäus 16,21

„In jener Zeit begann Jesus seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden.

Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen.

Aber Jesus wandte sich um und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern, was die Menschen wollen.

Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.“


Die Bibeltexte für den Sonntag heute sind kurz, aber Kostbarkeiten für ein Leben als Christ in heutiger Zeit. Die drei Bibeltexte schließen mit der Frage Jesu: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert?“

Ich erinnere mich an einen Besuch von Erzbischof Georg Gänswein, dem von Papst Benedikt in seiner Schwarzwälder Heimat. Ganz verständlich, dass die Journalisten von einem solch weltbekannten Bischof ein Interview haben wollten. Vom „Glaubensgut“ sprach der Erzbischof – vom Glaubensgut, das vertieft werden muss bei uns Christen – wenn es um eine gute Zukunft von Kirche geht. Aber was ist das denn „das Glaubensgut“? Ist es der Katechismus der Kirche, der einmal als Buch in die Hand eines jeden katholischen Christen gehören sollte? 

21. Sonntag im Jahreskreis | Aufschließen

21. Sonntag im Jahreskreis | 23. August 2020

Evangelium: nach Matthäus 16,13:

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elíja, wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjóna; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels –und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.


Zum heutigen Evangelium wurde in früheren Zeiten gerne gesungen: „Ein Haus voll Glorie schauet“. Es ist meines Erachtens gut so, dass die dritte Strophe beginnt: „Die Kirche ist erbauet auf Jesus Christ allein…“: Die erste Strophe wurde getextet im Jahre 1875, die Strophen 3-5 im Jahre 1975. Wie sich doch das Bild von Kirche innerhalb von 100 Jahren ändern kann! In dieses veränderte Bild von Kirche passt auch das veränderte Bild des Petrusamtes von dem wir im Evangelium heute hören.


„Ich aber sage dir: Du bist Petrus der Fels – und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Bei dem Requiem für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. vor einigen Jahren gab es ein Bild, das von ganz großer Bedeutung für heute ist: Im Ablauf des Requiems ist gerade die Kommunion. Ein alter Mann im Rollstuhl – weiß gewandet, mit wachen Augen, hält die Hände hin zur Kommunion und der zelebrierende Kardinal legt die Hostie hinein. Der Mann im Rollstuhl ist der protestantische Prior von Taizé Roger Schütz – der zelebrierende Kardinal ist Josef Ratzinger und heißt bald darauf Papst Benedikt.

Diese Geste, dieser Akt in unserer Eucharistiefeier – und dann noch in solcher Fernsehöffentlichkeit - ist mehr wert als 1000 ökumenische, theologische Worte: Brot des Lebens als Brücke zwischen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft. So war das wohl immer schon gemeint seit Jesu Zeiten: Schon die Brotvermehrung – ein Wunder des Teilens und Zueinanderfindens.

Im heutigen Evangelium – so sagen uns die Theologen – ist angedeutet, dass es in unserer Kirche ein Amt geben soll, ganz besonderer, einmaliger Art: Du bist Petrus - der Fels – und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen. Allerdings singen wir jetzt zuerst: „Die Kirche ist erbauet auf Jesus Christ allein“.

Im Lauf der Kirchengeschichte sind dem Papstamt viele Titel zugelegt worden, die nicht nur Titel waren, sondern auch ausdrücken sollten: So verstehen wir dieses Amt – vor allem die Päpste selber. Denken wir an den kaum mehr vorkommenden Titel „Stellvertreter Christi auf Erden“. Johannes Paul II. hat seine Briefe immer unterschrieben: „Diener der Diener Jesu Christi“. In der Zeit von Johannes Paul, in seinem Pontifikat, ist nun ein Papsttitel wieder aktuell geworden, der – man möchte fast sagen – maßgeschneidert auf Johannes Paul und Roger Schutz passt: der Titel des Pontifex. Der Titel stammt aus der römischen Kaiserzeit: pontifex maximus – der oberste Brückenbauer. Brückenbauer – die Lebensaufgabe von Johannes Paul und von Roger Schutz.

Wenn wir die Amtszeit eines Papstes Pontifikat nennen, dann ist also Maß zu nehmen, wie es einem Papst gelungen ist, Brücken zu bauen. So erleben wir in diesen Tagen unseren Papst Franziskus, der Brücken baut in Lebenswirklichkeiten hinein, wo es scheinbar fast aussichtslos ist.

Wenn wir katholische Christen im heutigen Evangelium einen besonderen Auftrag für Simon aus Bethsaida erkennen, den Jesus jetzt Petrus nennt, dann ist noch an andere Jesusworte über Simon zu erinnern. Zwei schlimme: „Geh weg von mir, Satan – du denkst nicht Gottes Gedanken“ – und das andere: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ (ja, in jener Nacht hat sich Simon dreimal verflucht. Ich kenne diesen Menschen nicht). Und dann am Schluss des Johannesevangeliums: „Weide meine Lämmer – weide meine Schafe.“

Zurück zum heutigen Evangelium: Ob unsere katholischen Ohren immer richtig hören? „Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben“ – doch sicher nicht zum Abschließen, sondern zum Aufschließen.

Und das „Binden und Lösen“ – erst später wird Simon verstehen: Menschliche Lebenssituationen dürfen sich wieder fügen, zusammenfinden. Lebenssituationen dürfen sich lösen – auf Zukunft hin. Erst wenn Simon durch die eigenen persönlichen Untiefen hindurch gegangen ist, dann wird er verstehen, was das Bild „der Schlüssel“ bedeutet. Erst wenn er selber an sich Vergebung erfahren hat, wird er vergeben können.

Drum ist jetzt noch an eine Szene zu erinnern: An Ostern erscheint Jesus und sagt seinen Freunden, die ihn ja alle auf irgendeine Art verraten haben: „Der Friede sei mit euch – empfangt den heiligen Geist – wem ihr vergebt, dem ist vergeben – wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ Jesus vergibt seinen Freunden zuerst einmal: Der Friede sei mit euch und der Heilige Geist, den er ihnen gibt, ist nicht Geist Gottes für dieses und jenes, sondern Geist Gottes des Vergebens, Geist Gottes zum Vergeben. „Wem ihr die Vergebung verweigert …“, dieser Satz muss jedem in den Ohren klingen: Da laufen dann zwei unerlöste Menschen herum: Der, dem die Vergebung verweigert wurde und der, der sie verweigert hat. Erst von dieser Osterszene her kann man die starken Bilder vom „Binden und Lösen“ richtig verstehen und von den „Schlüsseln des Himmelreiches“.

Die Vergebung – ein Charakteristikum der Kirche Jesu Christi. Der erhobene Zeigefinger war keine Geste Jesu. Viele Menschen spüren eine solche Art in unserem Papst Franziskus.

Georg Kappeler SJ

Stellenausschreibung

Die Katholische Pfarreiengemeinschaft
Utting-Schondorf am Ammersee

sucht zum 1. November 2020

2 Pfarrsekretär*innen (m/w/d)

in Teilzeit mit 16 bzw. 23 Wochenstunden

(Dienstort in Utting).

Ihr Aufgabengebiet umfasst im Wesentlichen:

  • Erledigung sämtlicher anfallenden Verwaltungs- und Sekretariatsaufgaben (Korrespondenz, Telefonate, Parteienverkehr, Terminplanung und Terminverwaltung)
  • Verwaltung und Pflege von Akten und Dokumenten
  • Anlaufstelle für die vielfältigen Anliegen der Gemeindemitglieder
  • Allgemeine Buchhaltungsaufgaben
  • Unterstützung des Pfarrers, der Verwaltungsleiterin, des Pastoralteams und der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen

Zusätzliche Aufgaben für die Position mit 23 Wochenstunden:

  • zu einem großen Anteil Ausführung von buchhalterischen Tätigkeiten in der KiTa-Verwaltung
  • Administrative Unterstützung der KiTa-Leiterin
  • Personalverwaltung

Ihr Anforderungsprofil:

  • Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung oder Verwaltungsausbildung
  • Sehr gute Kenntnisse im Umgang mit moderner Bürokommunikation (MS-Office, Outlook, Word, Excel)
  • Gutes Zahlenverständnis
  • Fähigkeit zur selbständigen Organisation und Erledigung der gestellten Aufgaben
  • Freundlichkeit, Teamfähigkeit und Kontaktfreudigkeit
  • Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Diskretion
  • Identifikation mit den Grundsätzen und Zielen der katholischen Kirche

Ihre Vorteile:

  • Geltung des „Arbeitsvertragsrechts der Bayer. (Erz-)Diözesen“ (ABD); dieser Tarifvertrag entspricht im Wesentlichen dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD).
  • Leistungsgerechte Vergütung und besondere Sozialleistungen
  • Breitgefächerte Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Freistellung am 24. und 31. Dezember

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unser modernes, aufgeschlossenes Team freut sich auf zwei engagierte Kolleginnen/Kollegen.

Wir bitten Sie, Ihre aussagefähige Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis spätestens 07.09.2020 an folgende Adresse zu senden – gerne auch per E-Mail:

Kath. Pfarramt „Mariä Heimsuchung“
Frau Brigitte Wißmiller – Verwaltungsleiterin
Ludwigstraße 14
86919 Utting am Ammersee
brigitte.wissmiller@bistum-augsburg.de

20. Sonntag im Jahreskreis | So finden Menschen zueinander

20. Sonntag im Jahreskreis – 16. August 2020

Evangelium: nach Matthäus 15,21

„In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyros und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, Du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort.

Da traten seine Jünger zu ihm und sagten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr. Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an, war ihre Tochter geheilt.“

Anfang August war das Gedenken zum Atombomben-Abwurf auf Hiroschima und Nagasaki. Mitten in dieses Gedenken hinein platzte die Nachricht von einer riesigen Explosion in Beirut, der Hauptstadt des Libanon: über hundert Tote, über tausend Verletzte und 300.000 Menschen obdachlos. Man kann sich eine solche Zahl ja kaum vorstellen. Der Verein Darassalam - zu Deutsch „Haus des Friedens“, bei dem ich auch selber aktiv bin, hat entschieden: Wir nehmen obdachlose Frauen mit ihren Kindern aus Beirut in unser Haus im Süden des Libanon auf. 30 km südlich von Beirut ist das Dorf Wardanyeh. Zu Deutsch heißt das Blumenstrauß. In diesem Dorf gibt es unser Haus Darassalam und sehr gastfreundliche Dorfbewohner – Christen und Muslime. Gewiss nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist unsere Hilfe bei dem Elend in Beirut.

Das Merkwürdige und für mich doch auch Hoffungsvolle ist, dass die Szene im heutigen Evangelium sich gerade in dieser Gegend, im Süden des Libanon abspielt, in der Gegend von Tyros und Sidon. Eine Landschaft, die ich auch persönlich sehr gut kenne, wo ich vielen Menschen sehr verbunden bin. (auf WEITERLESEN klicken)

19. Sonntag im Jahreskreis | Die leisen Töne Gottes

19. Sonntag im Jahreskreis | 9. August 2020

Evangelium: Matthäus 14,22:

„Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort.

Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin- und hergeworfen.  Denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen. Er ging auf dem See. Als die Jünger ihn über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst und schrien vor Angst.

Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen. Ich bin es. Fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: komm!

Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er unterzugehen drohte, schrie er: Herr, rette mich!

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.“

Das Säuseln des Windes, der Sturm auf dem See  - das sind zwei Bilder, die jedem am Ammersee vertraut sind. Sie kommen in den heutigen Bibeltexten vor, im 1. Buch der Könige 19,9 und im Evangelium nach Matthäus.

Zwei Bilder aus der Natur für die leisen Töne Gottes und das Turbulente in unserer Welt. Diesen Kontrast müssen wir immer wieder zusammenbringen im eigenen Leben.

Petrus, den Apostelfürsten und Felsen der Kirche, dürfen wir mit dem heutigen Evangelium von seinem hohen Podest herunterholen. Mit seinen Zweifeln wirkt er ungemein menschlich. Auch der Christ bleibt nicht frei von Zweifeln. Das zeigen auch die Lebensgeschichten von großen christlichen Gestalten wie Mutter Teresa oder Dietrich Bonhoeffer. So gilt es für uns immer wieder auf die leisen Töne Gottes zu hören oder sich der rettenden Hand Jesu anzuvertrauen.

Kaum vorstellbar: ein Papst, der Angst hat und in Zweifel versinkt. Von einem führenden Christen und einem Kirchenmann erwarten die Menschen, dass er in sich und in Gott ruht. Überzeugung soll er ausstrahlen, Orientierung geben und im Glauben ermutigen. In der Öffentlichkeit treten Päpste und andere führende Kirchenmenschen in der Regel auch so auf. Kann es nicht sein, dass da Papst Franziskus ein wenig oder ganz anders ist?
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18. Sonntag im Jahreskreis | Wir brauchen einen, der das Teilen lehrt

18. Sonntag im Jahreskreis | 2. August 2020

Evangelium: nach Matthäus 14,13:

„In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, zog er sich allein von dort mit dem Boot in eine einsame Gegend zurück. Aber die Volksscharen hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken.

Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.

Jesus aber antwortete: Sie brauchen nicht weg zu gehen. Gebt ihr ihnen zu essen.

Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische hier. Er antwortete: bringt sie mir her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie den Leuten und alle aßen und wurden satt.

Und sie sammelten die übriggebliebenen Brotstücke ein, zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die gegessen hatten, dazu noch Frauen und Kinder.“


Die wunderbare Brotvermehrung heißt der Text, den wir heute vom Evangelisten Matthäus gehört haben. Für unsere heutige Zeit formuliere ich so:

Wir brauchen keinen, der das Brot vermehrt.
Wir brauchen einen, der das Teilen lehrt.

Die wunderbare Brotvermehrung – es hat nun jeder die Freiheit zu entscheiden: Entweder ist das ein Tatsachenbericht oder eine Symbolgeschichte. Ganz gleich wie sich einer entscheidet: Es geht immer ums Teilen und Austeilen.

Allen vier Evangelisten war es wichtig: Die Sache mit der Brotvermehrung in ihrem Evangelium zu haben. Schauen wir uns diese vier Texte an. Drei Evangelisten erzählen: Jesus fordert seine Männer auf, zuerst einmal in den eigenen Rucksäcken nachzuschauen, was da ist. Im Johannesevangelium ist es jedoch ein kleiner Junge, der schon in seinem Rucksack nachgeschaut hat und vorzeigt, was er hat. Schon diese kleine Nuance im Text zeigt, wie aktuell dieser Text der Brotvermehrung ist: für unser persönliches, privates Leben, für die Staaten unserer europäischen Union, für die Staaten der Welt bis zur UNO. Einmal vorzeigen, was jeder hat, um festzustellen: Es reicht für alle.

Jesus hat da – was wir Brotvermehrung nennen – tatsächlich ein Wunder gewirkt, aber wie? Vielleicht ist die Erklärung ganz einfach: Zuerst sollen sich die Leute ja einmal ins Gras setzen. In kleineren Gruppen ist man nicht mehr so anonym, man sieht sich auch an und kommt vielleicht miteinander ins Gespräch. Der Kontakt ist geschaffen.

Ja, und dann ruft Jesus seine Gruppe zusammen. Die Taschen und Rucksäcke der Jünger sind also offen – und auch der Junge zeigt vor, was er hat. Und da spricht Jesus jetzt sein Dankgebet und sagt dann seinen eigenen Leuten ganz bestimmt, fast energisch: austeilen.


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Patrozinien von Sankt Jakob und Sankt Anna | Das Schondorfer Maß

Patrozinien von Sankt Jakob und Sankt Anna | 26. Juli 2020

Evangelium nach Matthäus 13,31

„Jesus erzählte seinen Zuhörern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern, sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.“

Diese kleine Bildgeschichte habe ich ausgewählt für unser Doppelpatrozinium von Sankt Jakob und Sankt Anna. Auf zwei Akzente kommt es Jesus bei dieser Geschichte an: Welches Leben und welche Energie dieses winzige Samenkorn entfalten kann und wie es dann – voll entfaltet - ein Zuhause für alle Vögel des Himmels wird. Ich möchte Sie einladen, dass uns diese beiden Gedanken am Patrozinium 2020 begleiten dürfen.

Ein ganz moderner Gedanke drängt sich sofort auf: Aus einem winzigen Energiepunkt, so sagt uns die heutige Naturwissenschaft, ist unser schier unendliches Universum entstanden und darin unser blauer Planet Erde, den unser Papst unser gemeinsames Haus nennt. Die Vögel des Himmels, die da nisten, sind wir Menschen, die wir diesen blauen Planeten bewohnen dürfen. Die Bibel hat dafür den Satz „Und Gott sah, dass es gut war“.

An unserem Patrozinium dürfen wir den Sprung machen von diesem unvorstellbar großen Universum zu dem Fleckchen Erde, das den Namen Schondorf trägt: Da hat sich auch alles entwickeln dürfen aus unscheinbaren Anfängen zu dem, was heute Heimat und Zuhause für rund 4.000 Menschen ist. Vor 21 Jahren – das letzte Jahr im vergangenen Jahrtausend – war für Schondorf ein ganz markantes Jahr: Zu Pfingsten, im Juni, das große Hochwasser hier unten am See. Ende Juli dann das große Feiern: 850 Jahre Sankt Jakob in Unterschondorf und 500 Jahre Sankt Anna in Oberschondorf. Ganz Schondorf war auf den Beinen. Ich habe mir viel aus diesen Tagen des Feierns erzählen lassen. Unglaublich viel wurde da auf die Beine gestellt, um diese beiden Jahreszahlen 850 und 500 erlebbar zu machen.

Eine Aktion hat mich besonders beeindruckt, die ich überschreibe mit „Das Schondorfer Maß“. Gemeint ist da nicht die bayerische Maß, die es auf dem Oktoberfest gibt, gemeint sind auch nicht die Maßnahmen, die notwendig sind wegen der Corona-Situation. Es gibt noch eine andere Bedeutung von Maßnahme: die des Maßnehmens beim Schneider, wenn jemand einen Maßanzug bestellt. Unser Schondorfer Maß hat mit diesem Maßnehmen zu tun. Maßnehmen aber nicht mit dem Maßband und dem Zollstock, sondern mit dem eigenen Körper. Ich deute es schon an: Distanz überwinden mit der eigenen Persönlichkeit. So interpretiere ich die Performance – so nennt man wohl eine solche Aktion – von dem Schondorfer Künstler Andreas Kloker.

Wir beide haben ausführlich gesprochen über die Botschaft, die von seiner Aktion ausgehen sollte und sicher auch ausgegangen ist. Eine Botschaft, die bis auf den heutigen Tag ihre Gültigkeit hat: Distanzen überwinden – eine ganz aktuelle Botschaft, wo wir ja in diesen Wochen voneinander Abstand halten müssen. Andreas Kloker hat mit dem eigenen Körper, in der eigenen Persönlichkeit erleben wollen, wie das ist: Distanzen zu überwinden, räumliche Distanzen und im Falle Sankt Jakob und Sankt Anna zeitliche Distanzen zu überwinden. Ich füge nun hinzu: Die Distanz zwischen Mensch und Mensch. Schondorfer Maß pur, kann ich da nur sagen. Könnte es nicht sein, dass Jesus das gemeint hat, wenn er vom einem Baum spricht, in den die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Unser Schondorfer Maß würde man sicher deuten wollen: nicht distanzlos, aber nahe beieinander sich wohl fühlen dürfen in einem Zuhause, in einer Heimat am See.

1149 lautet das Baudatum für Sankt Jakob. Man nennt diese Zeit Hochmittelalter. Die Prälaten von damals verwalteten den Reichtum der Kirche. Auf der anderen Seite machten Elisabeth von Thüringen und Franz von Assisi durch ihr Handeln deutlich: Der wahre Schatz sind die Armen. Menschen, die Gott suchten, fanden ihn oft nicht mehr in der Kirche. Sie machten sich auf den Weg und pilgerten nach Santiago in Spanien, liefen sich die Füße wund auf ihrer Suche nach Gott. Für Pilger aus München ging die erste Wegstrecke bis an den Ammersee. Unser Kleinod am See diente damals als Schutzhütte zum Übernachten und Gottesdienst-Feiern am Morgen.

1499 ist das Baudatum für Sankt Anna, das Ende des Hochmittelalters. Sieben Jahre zuvor hatte Kolumbus Amerika entdeckt. Schon damals deutete sich in der Kirche an, dass Europa sich aus dem Zentrum wegbewegen könnte. Wir erleben das ja in unseren Tagen mit einem Papst, der aus Amerika kommt.

Vielleicht ist jetzt, am Patrozinium, die Frage am Platz: Was hat unser Schondorfer Maß überhaupt mit Kirche zu tun? Vor hundert Jahren war Patrozinium noch wie ein Dorffest, an dem alle Bewohner teilnehmen. Das hat sich geändert, in den letzten 20 Jahren radikal geändert, bis zu der Situation, das die Zeitung vor einigen Tagen berichtet, wieviele Menschen unsere Kirche im letzten Jahr verlassen haben. Unser Schondorfer Maß ist jetzt gefragt, dass wir – ohne missionarischen Eifer – bei aller Bescheidenheit und mit dem richtigen Selbstbewusstsein erklären können, warum wir Christ sein wollen. Unvergesslich ist für mich das Folgende: Eine alleinerziehende Mutter hat bei mir ihren Sohn für das Internat angemeldet. Als sie im Laufe des Gesprächs erfuhr, dass ich Priester bin, sagte sie mir: Kommen Sie mir aber ja nicht mit Kirche. Ich habe schon Probleme genug. Kirche als Problem. Das ist für manche Menschen der Grund ihres Austrittes. Gründe, für die wir vor Ort gar nichts können, bei denen wir die Fragen an unsere Bischöfe weiter reichen müssen. Uns bleibt aber die Mühe, unsere persönliche Glaubwürdigkeit erfahrbar zu machen, bei Menschen, die ganz anders denken und fühlen als wir. Sie haben es verdient. Großartig Jubiläum feiern ist nicht angesagt.

Und nun bleibt die Frage: Was hat unser Patrozinium mit Jesus zu tun? Die Antwort: Zunächst gar nichts, weil Jesus selbst von Jubiläen nichts gehalten hat. Ihm ging es immer um das Hier und Heute. Das heutige Evangelium vom Senfkorn gibt die Antwort, die ein deutscher Dichter so formuliert: „Allem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Ja, wir sind mit Jesus im Gespräch, ob die Dynamik des aufkeimenden Senfkorns noch Wirkung bis heute hat, ob dann die Vögel des Himmels, alle Vögel ganz unterschiedlicher Art bei uns nisten, Heimat haben dürfen. Das Schondorfer Maß ist das Markenzeichen unserer Kirche. Die in diesen Wochen notwendig geübte Distanz, der Abstand, stoßen unsere Nase auf diesen unnatürlichen Zustand heute.

Georg Kappeler SJ

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis | Es gibt kein Unkraut

Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis | 19. Juli 2020

Evangelium: nach Matthäus 13,24:

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut unter den Weizen und ging weg.

Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?

Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen, den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern, sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war.

Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht mit ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.…. Wer Ohren hat, der höre.


Unsere biblischen Texte für heute: ein markanter Text aus dem Buch der Weisheit zu Gott unserem Vater mit dem Bekenntnis „Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir.“ Dann im Evangelium drei bekannte Gleichnisse, Bilder aus der Natur, aus dem Leben, für das Reich Gottes: die Saat auf dem Acker, das Senfkorn ganz winzig, der Sauerteig in der Backschüssel.

Die Gleichnisse Jesu sind weit mehr als schöne Erzählungen. Sie sprechen mit ihren verständlichen Bildern die Menschen nicht nur an. Sie verführen dazu, die Welt, die Wirklichkeit und schließlich Gott selber auf eine andere, eine neue Weise wahrzunehmen. Jesus geht es um das Jetzt, es geht ihm um das Heute. Jubiläen, heilige Jahre oder ähnliches waren ihm fremd. Heute ist der Tag. Das allein zählt für ihn.

Es ist schon erstaunlich, wie Jesus mit dem Unkraut umgeht. Ganz anders als die religiösen Lehrer seiner Zeit – anders auch als Johannes der Täufer. Die Gurus der alten wie der neuen Zeit sind radikal. Sie verlangen entweder alles oder nichts. Für sie ist alles schwarz oder weiß.

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Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis | Worte, die heilen

Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis | 12. Juli 2020

Evangelium nach Matthäus 13,1

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in das Boot und setzte sich. Die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in der Form von Gleichnissen.

Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war. Als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre.
 

In der deutschen Sprache kennen wir die Unterscheidung zwischen Wörtern und Worten. Wörter gibt es viele – aber Worte – sie sind eher rar. Heute geht es in den beiden Bibeltexten im Alten Testament und im Evangelium um Wort Gottes mit einer großen inneren Dynamik.

„Herr, Du hast Worte – Worte des Lebens - Worte wie Brücken zu Ufern des Lichts …“, so beginnt ein modernes geistliches Lied. Worte, die heilen, Worte gefüllt mit Leben. Das ist die Sehnsucht eines jeden Menschen. Wir Christen heißen Jesus das Wort des lebendigen Gottes. Wort des lebendigen Gottes – das haben die Menschen von damals schon gespürt, die sich am Ufer des Sees um ihn versammeln. Viele liefen zusammen, als sie Jesus am Ufer des Sees sitzen sahen. „Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Der Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen.“ Es lohnt sich, ein wenig bei diesem Bild, bei dieser Szene zu verweilen. Jesus hat eine magische Anziehungskraft, eine Faszination, die Menschen in seinen Bann zieht. Und das hat seinen Grund. Sein Name sagt schon alles: Jesus – Gott ist Heil. In der Mitte seiner Verkündigung steht – völlig im Gegensatz zu den religiösen Lehrern und dem priesterlichen Establishment der damaligen Zeit – ein Gott, der nicht mit Strafen daherkommt.

Wenn wir in dieser Bildgeschichte der Acker sind, dann müssen wir davon ausgehen, dass das Saatgut in Ordnung ist, nämlich das Wort Gottes. Da werden keine Sprüche gemacht. Es ist nun – so empfiehlt Jesus – der Acker genauer zu besehen: Die Steine, die auch immer Stolpersteine sind, die Dornen und Disteln, die ins Kraut schießen, der Trampelpfad meiner Gewohnheiten, alles Hindernisse, dass überhaupt etwas wachsen kann. Alles, was Leben behindert, was Wachstum und Gedeihen unmöglich macht, muss beim Namen genannt werden.

Es muss aber nun ebenso genannt werden das gute Erdreich, das nicht nur eine normale Ernte bringt, sondern hundertfach, sechzigfach, dreißigfach. Ist das orientalische Übertreibung, die Jesus so reden lässt? Keineswegs. Denn das Wort Gottes ist nicht ein Weizenkorn, das zehn bis zwanzig Körner bringt, wenn du in der Ähre abzählst.

Diese Bildgeschichte vom Sämann, die auf den ersten Blick so moralisch daher kommt, ist von Jesus gemeint als Mutmach-Geschichte: Weder die Steine, noch die Disteln, noch der Trampelpfad können hindern, dass das Wort Gottes bei uns ankommen und solche Wirkung zeigen kann. Man darf die Bildgeschichte auch noch etwas weiterführen: Gesät wird ja in jedem Jahr. Wenn es in diesem Jahr bei mir mit guter Erde noch nicht klappen wollte, es gibt ein nächstes Jahr mit neuer Aussaat und die Hoffnung, dass es bei mir mit der Erde besser geworden, ganz anders geworden ist.

Wörter gibt es viele – Worte dagegen sind selten. Ich erinnere mich an ein Predigtgespräch mit geistig behinderten Menschen mit den Bibeltexten zum heutigen Sonntag. Begonnen hatte ich mit der Behauptung: Wörter gibt es viele – Worte dagegen sind selten. Der Unterschied war in unserem Gespräch bald klar: Wörter gehen ins eine Ohr hinein und durch das andere wieder hinaus. Worte dagegen treffen ins Herz. Und da gibt es Worte, die verletzen, verwunden, sogar töten. Und es gibt Worte, die heilen und Leben schenken. Böse und gute Worte.

Wir sprachen darüber, dass oft „ein Wort das andere gibt“ und die Wirkung ist sofort da: heilloses Durcheinander und Missverstehen, Verletzung und Verwundung. Ein gutes Wort braucht aber manchmal viel Zeit, bis es seine Wirkung tut: heilend, Leben schenkend.

Und dann waren wir bei unserem Predigtgespräch schon beim Samen. Der Same, ein Bild für Wort Gottes. Wo Gott zu uns und in uns redet, ist Keimen und Wachsen angesagt. Da ist Geduld gefordert. Da geht es auch leise zu. Wir haben in unserem Gespräch vieles zusammengetragen, wo und wie Gott zu uns redet, wo und wie man Gottes Wort hört, wenn man es hören will – mit den Ohren des Herzens.

Die Corona-Krise bringt ganz gehörig unser Verständnis von Gottesdienst durcheinander. Das merkt jeder von uns. Diese Krise – Krise heißt ja Unterscheidung – gibt uns den Mut, mit den Ohren des Herzens zu hören. Das heißt: Zu unterscheiden, was in unserem Gottesdienst wirklich als Wort des lebendigen Gottes gelten darf und was eher fromme Wörter ohne Inhalt sind.

Das heutige Evangelium kann man auch zerreden und zum Unsinn hin zerpflücken, deshalb trage ich jetzt zum Ende hin den Psalm 65 vor. Er spricht nochmals mit anderen Bildern vom Wachsen und Gedeihen.

Dein Wort, Herr fiel auf guten Boden
Und brachte reiche Frucht.
Du sorgst für das Land und tränkst es.
Du überschüttest es mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt.
Du schaffst ihnen Korn.
So ordnest du alles.

Du tränkst die Furchen,
ebnest die Schollen,
machst sie weich durch Regen,
segnest ihre Gewächse.
Du krönst das Jahr mit deiner Güte
Deinen Spuren folgt der Überfluss.

Georg Kappeler SJ
Bild: Marc Urhausen | In: Pfarrbriefservice.de

Wozu feiern wir Liturgie?

Wozu feiern wir Liturgie?
Erfahrungen eines Katholiken
in der Krise

Schaufrömmigkeit, ein fragwürdiger Sinn von ‚Stellvertretung‘, neu erfahrene Gemeinschaft unter Gläubigen – was bedeuten die Unterbrechungen der Corona-Krise für den gelebten Glauben? Egbert Ballhorn spürt seinen persönlichen Erfahrungen nach.


  Bild: Klaus Kegebein | In: Pfarrbriefservice.de

Dr. Egbert Ballhorn ist Professor für Altes Testament in Dortmund und Vorsitzender des Katholischen Bibelwerks e.V.

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Covid-19 | Neue Weisungen des Bistums

Covid-19 | Neue Weisungen des Bistums

Das Bistum Augsburg hat in einer neuen Weisung die Regelungen für Gottesdienste (hier klicken) und Beerdigungen (hier klicken) neu angepasst.

Unter anderem können bei Beerdigungen im Freien nun bis zu 200 Personen teilnehmen, während beim Singen im Gottesdienst wieder eine Maske getragen werden soll. Die wichtigsten Anpassungen im Gottesdienstkonzept sind rot gekennzeichnet.

Patrozinium Mariä Heimsuchung | Begegnung

MARIÄ HEIMSUCHUNG – PATROZINIUM DER PFARRKIRCHE IN UTTING | 5. Juli

Evangelium nach Lukas 1,39-56:

Maria machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends hinauf ins Bergland in eine Stadt in Judäa und sie trat in das Haus des Zacharias ein und grüßte Elisabeth. Und es geschah als Elisabeth den Gruß Marias vernahm, dass das Kind in ihrem Leib hüpfte. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wie geschieht es mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn als der Klang deines Grußes an mein Ohr drang, da hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Ja, selig, die geglaubt hat, dass in Erfüllung geht, was ihr vom Herrn gesagt wurde.

Und Maria sprach:
Meine Seele erhebt den Herrn
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn hingesehen hat er auf die Niedrigkeit seiner Magd.
Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter.
Denn Großes hat der Mächtige an mir getan.
Und sein Name ist heilig.
Und seine Barmherzigkeit gilt von Geschlecht zu Geschlecht
denen, die ihn fürchten.
Gewaltiges hat er vollbracht mit seinem Arm,
zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen.
Mächtige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht.
Hungrige hat er gesättigt mit Gutem
und Reiche leer ausgehen lassen.
Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen
und seiner Barmherzigkeit gedacht,
wie er es unseren Vätern versprochen hat,
Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

Maria blieb etwa drei Monate bei ihr und kehrte dann nach Hause zurück.


Mariä Heimsuchung – so heißt unsere Kirche, so heißt unsere Pfarrei. Namenstag – so übersetze ich das Wort Patrozinium für Kinder. Auf Latein heißt der zweite Juli visitatio Mariae. Sinngemäß heißt das auf Deutsch: Maria macht Besuch. Man kann nun gleich hinzufügen: Besuch bei Ihrer Cousine Elisabeth. In der Kunst ist diese Szene sehr oft dargestellt worden: Die herzliche Begegnung dieser beiden Frauen: Maria vielleicht 17 Jahre alt, ihre Cousine 30 Jahre älter. Beide schwanger. Maria hat davon gerade von einem Engel erfahren, bei Elisabeth ist schon bald die Geburt ihres Kindes angesagt. Beide Frauen wissen schon im Voraus den Namen ihrer Söhne – Jesus und Johannes. Diese beiden werden als junge Männer um die 30 gewaltsam sterben: Johannes durch Enthauptung, Jesus durch Kreuzigung. Warum? Weil sie nicht ins Schema der damals Mächtigen in Religion und Politik passten.

All das gehört zu unserem Festtag Patrozinium in unserer Kirche „Mariä Heimsuchung“ in Utting. Maria macht einen Besuch – nur etwas ist ganz unpassend im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte geworden: das Wort „Heimsuchung“. Es hat eine ganz negative Bedeutung in unserer Sprache bekommen und bedeutet ein trauriges und einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen. So kann man heute von der Heimsuchung durch Corona für viele Menschen auf unserer Erde sprechen. Das wird wieder verstanden mit unserer deutschen Sprache. Wir müsten auf dem Ordinariat in Augsburg einen Wettbewerb beantragen dürfen für einen neuen Namen, der die Bedeutung unseres Patroziniums wieder verständlich macht. Vielleicht wäre das auch ein Ansporn für die Verantwortlichen, die das dicke Messbuch gemacht haben: Die guten alten Worte in heutiges Deutsch zu übersetzen, damit die Worte nicht zu Wörtern verkommen, die eigentlich dann nichts mehr bedeuten. Haben wir nicht manchmal selber ein solches Gefühl, wenn wir in unseren Gottesdiensten die Gebetstexte hören?

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Vierzehnter Sonntag im Jahrekreis | Ich werde euch Ruhe verschaffen


Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis | 5. Juli 2020

Evangelium: nach Matthäus 11,25:

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast, Ja, Vater, so hat es dir gefallen.

Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir. Denn ich bin gütig und von Herzen demütig: und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

 „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Einzigartige Worte Jesu, die uns wieder einmal zeigen: Christlicher Glaube ist keine Lehre, sondern Einladung, sich auf die Person Jesu einzulassen – mit Jesus zu versuchen, einen Weg durch dieses Leben zu gehen.

Jesus muss geglaubt haben, dass jeder Mensch, schon einfach wenn er leidet, einen Ort braucht, um sich auszuruhen. In seinen Augen müssen die Menschen oft erschienen sein wie ständig Überforderte, beladen mit Säcken von Lasten – sozialen, physischen, psychischen, moralischen, religiösen, politischen, wirtschaftlichen ... Und wo finden sich da Ruhezonen für diese Menschen? Wo gibt es einen Ort, an welchem sich Menschen einfach hinsetzen und sagen können: „Es ist mir egal – ich werde weinen, wenn ich weinen möchte, ich werde lachen, wenn ich lachen möchte, ich werde sagen, was wirklich stimmt, ich werde leben, was in mir leben möchte, ich werde die Rücksichten auf all die Zwänge, Umstände, Vorschriften, auf all die Personen, die immer wissen, wer ich sein soll und sein muss, einmal über Bord werfen.“

Jesus Christus – die  Person, die wir für die wichtigste der ganzen Menschheitsgeschichte halten, die wir für den Erlöser der Menschheit halten – diese Person tut genau das nicht, was sonst als Ordnung gilt: Nämlich die und nur die Menschen einzuladen, weil sie sich einer bestimmten Lehre oder Doktrin zugehörig fühlen. Sie sind katholisch, dann dürfen sie hier sein, sie sind evangelisch, dann dürfen sie nicht hier sein, sie sind Muslime, dann gehören sie überhaupt nicht hierher, sie sind Hindus, dann sind sie Heiden. Wenn es möglich wäre, einmal nur darauf zu achten, wie Menschen sind, zu begreifen, dass das Leid überall das gleiche ist und keine Grenzen kennt, dann wird die Welt wie von selbst so offen, so wehrlos, so leer geräumt von allen Zäunen der Abgrenzung, wie Jesus es wollte. Wen wundert’s, dass die Wirkung Jesu auf die Menschen seiner Zeit so gewesen ist, wie es schon das Markusevangelium schildert: Sie kamen von weither gelaufen, um auch nur eine Stunde der Ruhe in der Nähe dieses Mannes verbringen zu dürfen.

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Nach dem Lockdown tut der Kirche Erneuerung not

Nach dem Lockdown tut der Kirche Erneuerung not

Für Julia Knop hat die Corona-Krise auch in der Kirche unumkehrbare Klärungsprozesse in Gang gesetzt. Mancher Verzicht habe sich als verschmerzbar gezeigt. Daher helfe auch keine nostalgische Rückkehr zur "guten alten Zeit", kommentiert sie.

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13. Sonntag im Jahreskreis A | Dem Leben Raum geben

13. Sonntag im Jahreskreis A | 28. Juni 2020

Aus dem zweiten Buch der Könige 4,8:

„Eines Tages ging Elíscha nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam. Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.

Als Elíscha eines Tages wieder hinkam, ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen. Und als er seinen Diener Géhasi fragte, was man für diese Frau tun könne, sagte Géhasi: Nun, sie hat keinen Sohn und ihr Mann ist alt. Da befahl er: Ruf sie herein! Er rief sie und sie blieb an der Tür stehen. Darauf versicherte ihr Elíscha: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.“

Grün wird nun bis zum Advent die liturgische Farbe der Sonntage sein. Die jeweils wechselnden Bibeltexte sind dann besondere Farbtupfer in diesem Grün. Die Farbtupfer heute heißen: dem Leben Raum geben! Geht es Ihnen auch so? In diesen Tagen – das Hauptwort heißt Abstand – freut man sich ganz besonders über gute Nachrichten aus dem Bekannten- und Freundeskreis. So habe ich heute die erste Lesung zum Thema unserer Eucharistiefeier gemacht. Fast wie in einem Märchen endet die Lesung aus dem Alten Testament: „Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst Du einen Sohn liebkosen.“

Jetzt würden wir natürlich zu gerne wissen, ob die Verheißung des Elíscha auch Wirklichkeit geworden ist. Das ist nachzulesen – auch im Buch der Könige – weiter hinten.

Propheten sind keine Sprücheklopfer, so wie auch ihr Auftraggeber kein Sprücheklopfer ist – Gott selber. Propheten geht es um das Leben, sie haben Erfolg, wo dem Leben auch Raum gegeben wird. Mit harter Sprache schlagen sie drein, wo das Leben behindert und abgewürgt wird. Diese Linie zieht sich durch auf vielen Seiten der Bibel bis zu Jesus von Nazareth, dem größten der Propheten. Dieser Prophet sagt ganz ausdrücklich: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Diese Frau aus der heutigen Geschichte war eine Abgeschriebene. Ohne Kinder, vor allem ohne Sohn, war sie in damaliger Vorstellung ein Nichts – namenlos deshalb. Sie selbst reiht sich aber ein in die Zahl jener tapferen Frauen, von denen in der Bibel erzählt wird: Sie hatte sich selbst nicht abgeschrieben. Sie bleibt offen für das Leben, gerade so wie es auf sie zukommt. Wie von ungefähr kommt so auch Elíscha daher, in dem sie Leben-Verheißendes erahnt: „Ich weiß, dass dieser ein heiliger Gottesmann ist.“ Raum gibt sie ihm und gibt sich so selber Raum fürs Leben.

Dem Leben Raum geben, in seinen vielfältigen Formen, das ist mehr als nur ökologisches Denken und Verhalten. Creation können wir die erste Seite der Bibel überschreiben – Schöpfung Gottes. Kreativ zu werden ist Auftrag unseres Gottes. Dem Leben Raum geben in allen nur denkbaren Formen und zuvorderst der wohl schönsten menschlichen Form: liebkosen. Adam gibt seiner Partnerin den Kosenamen Eva. „Du mein Leben“, so heißt Eva auf Deutsch.

An dieser namenlosen, aber vornehmen Frau mag uns der sperrige Satz Jesu aus dem heutigen Evangelium ein wenig verständlich werden: „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren. Wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Das Liebkosen eines Kindes war dieser Frau bislang versagt geblieben. Verloren hat sie aber wohl immer wieder ihr Herz an Menschen, die vorbei kamen wie dieser Elischa. Menschen, die etwas zum Essen brauchten und Raum zum Leben. Und das ist ja auch mehr, als das Sozialamt garantiert: In Deutschland muss niemand verhungern.

Und da gibt es jetzt noch einen anderen Satz Jesu, der zum Verlieren und Gewinnen von Leben gehört, der lautet so: „Was nutzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber an seiner Seele Schaden leidet?“ Nach einer anderen Version heißt es: „dabei aber sich selber verliert.“ Einsichtig ist dieser Satz wohl jedem. Er gehört nicht nur zur Spiritualität des Christen, sondern auch in die Spiritualität fernöstlicher Meditation. Aber seien wir nüchtern: In das momentane Zeitgefühl passt dieser Satz Jesu nicht. Jesus meint: Wir sollten dem Leben in uns selber zuerst einmal Raum geben, Raum schaffen für uns selber – und dann für andere. Zwischen Gerümpel in uns selber, zwischen verquerem Denken in Herz und Verstand kann Leben nicht wachsen. Und eine Rumpelkammer ist auch für andere nicht einladend.

Wo Raum geschaffen ist, da ist auch neues Denken möglich, ein ganz einfaches Denken nämlich: das Danken. Das ist wohl die besondere Einladung in dieser Elíscha-Geschichte: das Danken neu lernen.

Georg Kappeler SJ
Bild: Peter Weidemann | in: Pfarrbriefservice.de

12. Sonntag im Jahreskreis | Ihr seid viel mehr wert als viele Spatzen

12. Sonntag im Jahreskreis | 21. Juni 2020

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 10,26:

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: …Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid viel mehr wert als viele Spatzen.“

Die drei Bibeltexte für den heutigen Sonntag lassen auf den ersten Blick nur schwer „die Botschaft unseres Herrn Jesus Christus“ erkennen. In unseren Coronazeiten recht schwere Kost! Ich habe deshalb aus dem Evangelium die Stelle herausgenommen, die ganz eindeutig ein Originalwort Jesu ist: die zwei Spatzen für einen Pfennig und die gezählten Haare auf unseren Kopf.

Was will Jesus uns damit sagen: Wir sollten Gott, dem wir unser Leben verdanken, zutrauen, dass er es gut mit uns meint. Mit einem solchen Vertrauen werden wir im Rückblick auf unser Leben merken, wie wir Schwierigkeiten, Nöte und Gefahren gut überstanden haben. Das Vertrauen auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit wirkt sich positiv auf unser jetziges Leben und auch auf unser künftiges Leben aus. Die realistische Erkenntnis aus den letzten Wochen ist: Wir können das Virus nicht wegbeten, aber mit diesem Gottvertrauen unsere Lebenssituation meistern. Und diese Situation ist für viele Menschen gar nicht leicht. Wir - jetzt in der Kirche beisammen - können wahrscheinlich alle dankbar sein, dass es für uns ist, wie es ist. Andere haben zum Teil große Sorgen oder machen sich Sorgen um ihre Familie und Angehörige.

Das Originalwort Jesu „Ihr seid viel mehr wert als viele Spatzen“ finden wir wieder im Grundgesetz von Deutschland. Dort heißt es dann: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Auf der Würde des Menschen darf also niemand herumtrampeln. Als glaubende Menschen denken wir natürlich immer dabei: Letzten Endes ist es Gott selber, der jedem Menschen seine Würde garantiert. Wir sind jetzt schon mitten in Corona-Gedanken mit der Frage: Was ist uns lieb und teuer, was brauchen wir, damit Leben gelingen kann? Die Antworten werden natürlich bei jedem von uns ganz verschieden ausfallen. Sie haben aber in der krisenhaften Situation eines gemeinsam: Sie fallen ehrlich aus, sind keine Worthülsen, einfach so dahin gesagt. Das gilt nun auch für unsere Kirche. Da geht es vor allem um Glaubwürdigkeit – um Glaubwürdigkeit bis ins Kleinste.

Sonntag für Sonntag sehe ich Sie hier in der Kirche mit dieser Maske. Sie reduziert Ihnen das Reden und das Riechen. Hier vorne am Ambo ist mir sofort das Bild gekommen: Sie haben den Mund zu halten – Sie können die Wirklichkeit nicht einmal riechen. Das ist auf weite Strecken immer noch das Bild des Laien in unserer Kirche. Die einen haben das Sagen – so wie ich jetzt hier vorne – die anderen sind die Laien, die nichts verstehen. Das Wort „Laie“ hat heute in der deutschen Sprache nur noch diese Bedeutung: Leute, die keine Ahnung haben. Wir benutzen ganz selbstverständlich in unserem kirchlichen Sprachgebrauch das Wort „Laie“. Auf der anderen Seite gibt es den Klerus. Das sind Leute, die Ahnung haben, die auch mehr Würde haben als die anderen. Sie sind die Hochwürden. Diese Anrede ist zwar kaum mehr üblich, aber in der Adress-Kartei des Ordinariates immer noch festgehalten: Hochwürden Herrn …

Sie werden jetzt vielleicht denken: Sei doch nicht so pingelig, so kleinkariert. Unsere Corona-Gedanken sind existentieller Art, sie gehen unter die Haut. Die deinen sind „Pipifaxe“. Da bin ich ganz Ihrer Meinung - es sind manchmal Kleinigkeiten, die aber die Glaubwürdigkeit unserer Kirche behindern. Wenn der Mut am Wachsen ist, diese Behinderungen aus dem Weg zu räumen, dann wächst auch der Mut, die wirklichen Probleme in unserer Kirche anzugehen. Das Thema „Laie“ im Gegenüber zum Klerus rechne ich persönlich aber nicht zu diesen Kleinigkeiten.

Am vergangenen Sonntag haben uns die Lektoren in der ersten Lesung am Ende vorgetragen: „Ihr sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören ...“ Mit “Wort des lebendigen Gottes“ haben die Lektoren ihren Text beendet. Gilt das nun? Oder ist das nur liturgisch so vorgeschrieben? Unser Wort „Laie“ kommt von dem griechischen Wort „Laos“ – auf Deutsch heißt das „Volk“. Volk Gottes wäre also die richtige Deutung von Laie. Wenn Gott hier spricht, so meint er nicht ein Volk von Ahnungslosen, sondern sein „heiliges Volk“.

Ich bin mir sicher: In unsrer katholischen Kirche sind gerade Sie nicht die Ahnungslosen, sondern die Menschen mit dem richtigen Riecher für das, was in unserer Kirche notwendig und manchmal notwendend ist. In Ihrer Lebenserfahrung sind sie eben keine Laien.

Ich sage jetzt nicht gleich „Amen“, sondern habe noch eine kleine Geschichte wie am vergangenen Sonntag:

Eine Pfarrgemeinde und ihr neuer Pfarrer:

Im September kam er an, der neue Pfarrer, in eine sehr sangesfreudige Gemeinde, wie er schon beim ersten Gottesdienst erfahren konnte. Sangesfreudig wie bei uns in Schondorf und Utting und Holzhausen. Die Leute hatten auch ein Lieblingslied, das in jedem Gottesdienst gesungen wurde: das Gloria – Ehre sei Gott – auf Lateinisch und auf Deutsch. In diesem Gloria war ja alles drin, was ein christliches Lebensgefühl so bewegte: das Loben, das Preisen, das Bitten, das Glauben, das flehentliche Rufen. Nun kam die Adventszeit – liturgisch die Farbe violett und kein Gloria. Das kümmerte aber die Leute wenig, den Pfarrer schon etwas mehr, weil liturgisch eben nicht korrekt. Es kam dann auch die Fastenzeit. Die Farbe war violett – wieder mit Gloria nicht korrekt! Die Leute hielten aber an ihrem Gloria fest – trotz liturgischem Bauchweh des Pfarrers. Am Ende der Fastenzeit dann die Karwoche und Karfreitag. Das Bauchweh des Pfarrers wurde immer schlimmer. In seiner Not schrieb er nach Rom: Ob das geht mit dem Gloria in der Karwoche und am Karfreitag? Prompt kam die Antwort aus Rom: Das geht nicht! Nach Ostern schrieb der Pfarrer nach Rom: Doch es geht! Wir haben es probiert. 

Georg Kappeler SJ

Bild: Johannes Simon | In: Pfarrbriefservice.de

Covid-19 | Lockerungsmaßnahmen

COVID-19 | Lockerungen ab dem 22.06.2020

  • Bei den öffentlich zugänglichen Gottesdiensten beträgt der Mindestabstand nur noch 1,5 m. Das Schutzkonzept der bayer. (Erz-)Diözesen empfiehlt, die mögliche Höchstteilnehmerzahl in einem Anmeldeverfahren festzulegen. Ob ein solches Anmeldeverfahren mit der Reduzierung des Mindestabstands auf 1,5 m noch erforderlich ist, kann von den Verantwortlichen in den Pfarreien selbst entschieden werden.
  •  Um den Teilnehmerkreis der Gottesdienstbesucher erweitern zu können, ist es nun auch möglich, die Emporen der Kirchen zu öffnen. Hierbei sind jedoch die Abstandsregeln wie sie das Schutzkonzept der bayer. (Erz-)Diözesen vorsieht, gerade auch was den Zugang und das Verlassen der Empore angeht, unbedingt genau einzuhalten.
  • Bisher war der Ministrantendienst in den Pfarreien stark eingeschränkt, was zunehmend Probleme bereitet. Dies kann nun behutsam geöffnet werden. D.h. die Zahl der Ministranten und Ministrantinnen bemisst sich wie bei den Gottesdienstbesuchern nach der Größe des Altarraumes. Die Ministranten können auch wieder Dienste übernehmen. Es ist dabei die nach dem Schutzkonzept geltende Abstandsregel (1,5 Meter) einzuhalten und, sofern Altardienste ausgeübt werden, unbedingt auf eine gute Handhygiene zu achten. Ordentliches Händewaschen vor Beginn des Gottesdienstes mit ggf. Nachdesinfektion unmittelbar vor dem Altardienst sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung ist verpflichtend.
  • In den diözesanen Ausführungsbestimmungen wurde die Konzelebration untersagt. Auch dies kann nun gerade auch im Blick auf z.B. anstehende Priesterjubiläen geöffnet werden, soll allerdings weiterhin nicht der Regelfall sein. Im Schutzkonzept der bayer. (Erz-)Diözesen, wird empfohlen von der Konzelebration Abstand zu nehmen, dies gilt grundsätzlich auch weiter. Allerdings ist unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln Konzelebration in besonderen Situationen möglich. Die Zahl der Konzelebranten bemisst sich ebenfalls nach der Größe des Altarraumes. Auch hier sind die Hygiene-Vorschriften gewissenhaft einzuhalten. Dies gilt für vor allem bei der Handhabung der liturgischen Gefäße, insbesondere für den Kommunionempfang der Konzelebranten. Entweder ist für jeden einzelnen Konzelebranten ein eigener Kelch vorzusehen oder es wird die hl. Kommunion durch Eintauchen in den Kelch konsumiert.
  • Gottesdienste im Freien: Bereits seit dem 15.06. dürfen Gottesdienste im Freien mit bis zu 100 Teilnehmern gefeiert werden. Auch im Freien gelten die Abstands- und Hygieneregeln des Schutzkonzeptes der bayer. (Erz-)Diözesen. Nach Auskunft des Bayer. Gesundheitsministeriums ist damit für die Teilnehmer an Gottesdiensten im Freien insbesondere das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung sowie das Einhalten eines Mindestabstands von 1,5 m verpflichtend. Die Diskrepanz zur staatlichen Regelung bei Beerdigungen, bei denen Mund-Nasen-Bedeckung lediglich empfohlen ist, konnte noch nicht aufgelöst werden.

11. Sonntag im Jahreskreis | Umsonst sollt ihr geben

11. Sonntag im Jahreskreis | 14. Juni 2020

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 9,36:

„In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen. Denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter in seine Ernte zu senden.

Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.

Die Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke und weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr empfangen. Umsonst sollt ihr geben.“


Im heutigen Evangelium steckt ein hochbrisantes Thema: warum eigentlich fast niemand mehr Priester werden will?

Zu diesem Thema zunächst eine kleine Geschichte: Vor 70 Jahren hat ein französischer Schriftsteller einen Roman geschrieben mit dem Titel: “Gott braucht Menschen“ - ein französischer Regisseur hat aus diesem Roman sofort einen Film gemacht. Der Film hat damals große Aufmerksamkeit und einen Preis bekommen. Die kleine Geschichte geht so: Auf einer Atlantik-Insel, die zur Bretagne gehört, ist der Pfarrer gestorben. Kein Priester hat sich nun als Pfarrer für diese Insel beworben. Die Leute galten als besonders starrköpfig – hart wie ein Kiesel, wie man es auch sonst von den Bretonen sagte. Es meldete sich also niemand. So ganz ohne Pfarrer wollten die Leute aber auch nicht sein: ohne Taufe ihrer Kinder, ohne Beerdigung ihrer Toten, ohne Messe am Sonntag. Sie bearbeiteten den Mesner, doch den Pfarrer zu spielen. Er wisse ja wohl am besten, wie das geht: das Taufen, das Beerdigen, das Messelesen. Der Mesner lehnt zunächst ab, ließ sich dann aber doch überreden: zu taufen, zu beerdigen, die Messe zu lesen – und das alles gar nicht schlecht. Es konnte natürlich nicht ausbleiben: Nach einiger Zeit hört auch der Bischof auf dem Festland davon. Er ließ den Mesner zu sich rufen. Man muss wissen: Eine solche Amtsanmaßung wird von der kirchlichen Behörde streng bestraft. Der Bischof jedoch ließ dem Mesner einiges an Theologie beibringen, auch auffrischen, was er im Katechismus gelernt hatte, weihte ihn dann zum Priester und bestellte ihn zum Pfarrer auf dieser bretonischen Insel.

Was nun hat diese kleine Geschichte mit unserer Frage zu tun: Warum das Interesse Priester zu werden, so gering ist. Im Priesterseminar in Augsburg gibt es rund 100 Zimmer nur 17 sind bewohnt.

Wir kennen das regelmäßig Gebet – einmal im Monat – um Priesterberufe und haben dabei die Frage: Warum unser so ehrliches Beten keine Wirkung zeigt. Im heutigen Evangelium haben wir die Worte Jesu gehört: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“ An unserem Beten soll‘s nicht fehlen. So möchten wir Jesus antworten.

Die ersten Zeilen des heutigen Evangeliums sprechen vom Mitleid Jesu mit Menschen, die müde und erschöpft sind, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Menschen, um die sich niemand kümmert, fällt mir da sofort ein. Dann mache ich auch gleich einen Sprung mit der Frage: Welchen Typ von Erntearbeitern braucht jener Herr der Ernte. Und jetzt wird die Frage ganz aktuell: Priester sein in heutiger Zeit, nicht nur in der Corona-Krise, sondern in der Krise unserer Kirche schon vor Corona. Braucht man uns Christen überhaupt noch?, so lautet eine heute gestellte Frage. Darüber müssten wir alle mal ernsthaft reden in allen unseren Pfarrgemeinden – gerade dann, wenn die Fragen auch sehr konkret werden: Soll es auch verheiratete Priester geben – sage ja keiner: den Zölibat abschaffen – nein, ja nicht! Aber die Möglichkeit schaffen, dass auch verheiratete Männer Priester werden können. Es gibt sie ja schon immer, fast ein bisschen versteckt: verheiratete Priester in unserer katholischen Kirche. Ist die Zeit nicht reif dafür? Darüber müsste man reden.

Und dann - da wird es schon sehr brisant mit der Frage: Ist die Zeit nicht reif dafür, dass auch Frauen ... Ja, da tun wir uns noch recht schwer, diese Frage überhaupt anzusprechen.

Ich plädiere sehr dafür, dass wir alle anstehenden Fragen zum Thema „Amt in unserer Kirche“ aussprechen dürfen, unsere Meinungen dazu äußern, ohne dass wir uns gleich den wahren Glauben absprechen und uns gegenseitig mundtot machen. Die Ampeln sind auf grün geschaltet. Unser Bischof Bertram hat auch dafür ein offenes Ohr. Es kommt nun aber auf uns alle an, dass wir ihn nicht im Regen stehen lassen. Er muss unseren Rückhalt spüren, wenn es um Fragen der Zukunft unserer Kirche in der Diözese Augsburg geht.

Die Fragen, jetzt nicht nur beim Thema „Amt in unserer Kirche“, fasse ich schon weiter. Ich denke da wieder an die junge Wissenschaftlerin, die ihr Buch nannte: Die Welt neu denken. Daraus mache ich die Einladung: Unsere Kirche neu denken. Es kommt nun zuerst einmal darauf an, dass wir katholischen Christen etwas für uns ziemlich Ungewohntes tun: uns in aller Offenheit voreinander darüber austauschen, wo uns der Schuh drückt, wenn wir von Kirche sprechen. Vielleicht werden wir zu solch offenen Gesprächen ermutigt durch die Aufforderung Jesu „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus“. Das verstehe ich auch als moderne Seelsorge zunächst einmal unter uns Christen. Ich selber bin bis zum Lebensende dankbar den Menschen, die mir geholfen haben, aus einer verteufelten Situation wieder heraus zu kommen.

Das „Weiheamt“ in unserer Kirche, Priester und Bischof, ist – von außen betrachtet – zunächst etwas „Binnenkirchliches“, also Sakramente und Eucharistiefeier. Diesen Auftrag meint die Weihe selbstverständlich. Im selben Atemzug aber sagt Jesus: Geht hinaus zu Menschen, die in Not sind, die euch brauchen. Dann erledigt sich die Frage von selbst: Wozu ist Kirche heute noch gut? Der letzte Satz Jesu bekommt dann seine volle Bedeutung: „Umsonst habt ihr empfangen - umsonst sollt ihr geben.“

Georg Kappeler SJ

Fronleichnam | Weggemeinschaft - Mahlgemeinschaft

Fronleichnam 2020 | 11. Juni

Fronleichnam 2020. Kein Dirndl, keine Blasmusik, keine Fahnenabordnung der Vereine, keine Fahrt auf dem Ammersee. Das bedeutet Verzicht – notwendiger Verzicht. Fronleichnam fällt aber nicht aus. Dieser Verzicht fordert heraus: Wir wollen es doch genauer wissen, was Fronleichnam für uns überhaupt noch bedeutet, wenn Verzicht angesagt ist.

Ich deute diesen Festtag so: Fronleichnam - Weggemeinschaft im Zeichen des Brotes – Mahlgemeinschaft im Zeichen des Brotes.

Fronleichnam – das Wort aus dem 13. Jahrhundert bedeutet Leib des Herrn. Heute steht im liturgischen Kalender: „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“.

„Dieses kleine Stück Brot in unseren Händen“, so singen die Kinder am Weißen Sonntag – ja darum geht es: Ob dieses kleine Stück Brot nun in einer prachtvollen Monstranz gezeigt oder auf unsere Hand gelegt wird. Es ist beim Kommunionausteilen eine tiefe Erfahrung, die Hostie in so verschiedene Hände legen zu dürfen: in zarte und schwielige, in runzlige und ganz glatte. Die Hostie sieht immer gleich aus – Jesus Christus ist damit gemeint. Die so verschiedenen Hände verbindet er mit der Hostie, mit seiner Gegenwart im Zeichen des Brotes, zu einer Gemeinschaft von Menschen, die eigentlich gar nicht zusammenpassen. Von Menschen, die von sich selber sagen: Ich darf eigentlich gar nicht dazu gehören, „ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach …“ Das ist das Eigenartige – ja Besondere an dieser Mahlgemeinschaft mit Jesus Christus. Wenn Du Hunger hast, bist du hier richtig. Kommunion ist nicht Belohnung für die Guten und Reinen, sondern eher Kraft für alle, bei denen es immer wieder nicht stimmt. Gemeinsam und trotzdem „ich“ sprechen wir den Satz: „Ich bin nicht würdig …“ Es lohnt sich, dass wir heute einmal ganz bewusst in unser Ohr nehmen, was ich und alle anderen da sagen. Ein Mahl von Unwürdigen! – das ist ganz im Sinne Jesu: Es ist das Mahl, das Jesus den Reichen und Frommen zum Trotz mit den Armen und Kleinen, den Zöllnern und Sündern gehalten hat. So will Jesus zeigen, dass Gott neue Gemeinschaft will.

Die Älteren unter uns wissen noch wie problematisch das war mit dem würdigen Empfang der Kommunion – aus lauter Angst, ist man besser nicht gegangen. Kommuniongang war bis vor 100 Jahren etwas Seltenes, was höchstens dreimal im Jahr vorkam. So ist auch vor 700 Jahren das Fronleichnamsfest entstanden: Da war es fast ausgeschlossen zur Kommunion zu gehen. Es blieb die Sehnsucht, die Sehnsucht wenigstens nach dem Schauen: Die kostbare Monstranz ist das würdige Gefäß für die Hostie, nicht mehr der Mensch.

Welch positive Entwicklung hat sich da angebahnt, dass es auch die Mahlgemeinschaft im Zeichen des Brotes mit Jesus Christus geben darf und gibt. In unsere glatten oder runzligen Hände will dieses Brot gelegt werden.

Wenn wir Christen an Fronleichnam Jesus Christus in seiner Hingabe an die Menschen feiern, machen wir uns mit ihm auch solidarisch, und wir müssen solidarisch werden mit Menschen, die Hunger haben – Hunger nach Brot und Hunger nach Liebe. Vielleicht ist das der besondere Akzent, den wir heutzutage beim Fronleichnamsfest setzen müssen.

Ob nun Fronleichnam mit dem Akzent Weggemeinschaft, oder mit dem Akzent Mahlgemeinschaft – es ist ein Fest der Dankbarkeit und Freude, dass es solche Gemeinschaft gibt und geben darf.

Seinen ganz besonderen Wert für uns katholische Christen erhält dieses Stückchen Brot durch die Geschichten, die wir einander von Jesus Christus erzählen. Drum auch in jeder Messe ein Evangelientext. Was wir singend und betend in einem wertvollen Gefäß – der Monstranz – durch unsere Dörfer tragen oder über den See fahren, ist die zur Nahrung gewordene Botschaft, dass Gott da ist – mit uns – bei uns. Das kleine Stück Brot erzählt davon, dass sich Gott für die Menschen kost-bar gemacht hat; wir dürfen kosten, unter uns verteilen und weitergeben an die Welt. Wir dürfen verzehren, in uns aufnehmen.

Fronleichnam ist dazu da, dass wir unseren Schatz zeigen und erzählen, wie Gott sich für uns klein gemacht hat.

Georg Kappeler SJ

Dreifaltigkeitssonntag | Nicht richten, sondern retten

Dreifaltigkeitssonntag 2020 | 7. Juni 2020

Erste Lesung: aus dem Buch Exodus 34,4
Zweite Lesung: aus dem zweiten Korintherbrief 13,11
Evangelium: nach Johannes 3,16:

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern ewiges  Leben hat.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird...“
 

Dreifaltigkeitssonntag – wir katholischen Christen haben für diesen Sonntag eine ganz markante Geste, ein Ritual für jeden Tag. Dazu lade ich Sie jetzt ein, wenn ich sage: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Alle Menschen tragen – bewusst oder unbewusst – Bilder von Gott in sich. An meinem Leben kann ich mein Gottesbild ablesen.

Wenn für mich Gott der große Richter ist, dann lebe ich in Angst vor ihm. Vielleicht werde ich dann in seinem Namen auch zum Richter über andere.

Wenn für mich Gott der mächtige Herr ist, dann werde ich ihm gegenüber unterwürfig, wie das bei weltlichen Herren auch so ist. Vielleicht versuche ich auch in seinem Namen zu herrschen, weil er ja weit weg ist.

Wenn Gott für mich nicht existiert, dann droht die Gefahr, dass ich mir selber zum Gott werde. Geld und Macht sind dann die Mittel.

Vielleicht ist Gott für mich auch ein fremder Herrscher, der die Menschen nicht zur Freiheit kommen lässt. Ich muss ihn leugnen um der Menschen willen, denen meine ganze Liebe, mein Engagement gilt.

Vielleicht ist Gott für mich der unbewegte Beweger im Universum. Aber was sollen wir mit einem Gott, der sich nicht bewegen lässt – weder von unserem Leid – noch von unserer Liebe?

Der Gott und Vater Jesu Christi ist kein anderer Gott als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – der Gott des auserwählten Volkes. Immer noch gibt es Christen, die den grausamen Richtergott des Alten Testamentes gegen den barmherzigen Vater Jesu ausspielen. Aber das stimmt nicht mit den Glaubenszeugnissen Israels überein. „Der Ewige ist ein mitfühlender und wohlwollender Gott, langmütig, reich an Gunst und Treue“ sagt Mose mitten in der Unsicherheit des Auszugs aus der Knechtschaft Ägyptens. In diesem Vertrauen bittet er Gott: „Zieh doch mit uns.“

In der gleichen Perspektive heißt es im Evangelium: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richtet, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde“. Dieser Gott lässt sich bewegen in seiner Sorge um das Leben und das Heil der Menschen.

Das ist ein tröstliches Wort – hineingesagt auch in all meine persönliche Ohnmacht und Schuld: wenn ich nicht mehr weiter weiß – am Ende bin.

Gott will auch unsere zerrissene Welt und von Feindschaft und Gewalt zerfurchte Erde nicht richten, sondern retten. Zu einem solchen Gott möchte ich wie Mose sagen: Zieh doch mit auf meinem Weg – auf unseren Wegen.

Hier wird ein wenig deutlich, was wir meinen, wenn wir vom dreifaltigen Gott sprechen. Das ist nicht irgendeine abstrakte Spekulation, sondern der Versuch, die Erfahrung gläubiger Menschen in Worte zu fassen, stotternd und stammelnd, staunend und dankbar: Gott ist nicht der unbewegte Beweger, nicht der fremde Herrscher oder Richter, nicht der, den man um der Freiheit des Menschen willen leugnen müsste, sondern der Gott – mitfühlend wie Mose es schon gespürt hat.

In Jesus ist uns dieser Gott ganz nahe, menschlich nahe gekommen. Sein Geist führt uns seine Wege, damit wir nicht ortlos und orientierungslos durch diese Welt und unser Leben taumeln oder uns selbst gar zum Götzen machen müssen. Gott ist in sich lebendiges, dreifaltiges Leben. So ist der Gott, an den wir glauben – dem wir glauben.

An unserem Leben muss das abzulesen sein. Auch wir sind eingeladen, nicht zu richten. Man sagt manchmal, gerade die Frommen seien am härtesten in ihrem Urteil über andere Menschen. Manchmal hat man ja auch bei den offiziellen Stimmen der Kirche diesen Eindruck.

Wenn ich nicht richten, sondern retten will, dann achte ich sorgsam auf die Anknüpfungspunkte – auf vielleicht noch verborgene Ansätze, auf mögliche Nähe zum anderen. Dann versuche ich, meine eigenen Vorurteile zu durchschauen. Dann kann ich Grenzen überschreiten und auf andere zugehen, so dass die anderen keine Angst vor mir zu haben brauchen.

Mein Gottesbild entscheidet über mein Leben. Wenn ich mich von meinem Gott nicht gerichtet, sondern gerettet weiß, wenn ich dankbar und staunend zu glauben wage, dass er mich in die Fülle seines Lebens einbeziehen will – dann – ja dann kann ich mich mit ihm leidenschaftlich für Menschen und ihre Zukunft einsetzen. Unsere Zeit braucht solche Menschen, braucht eine solche Kirche, damit sie heiler werden kann – die Welt und die Kirche. So bitten wir mit Mose: Zieh mit uns auf unseren Wegen.

In ein persönliches Gebet gefasst kann es da so klingen:

Ich kann es nicht fassen, Gott,
dass dir an mir – an uns etwas liegt.
Du bist inwendiger in mir als ich selbst,
sagen mir die Mystiker.
Vielleicht bist du deswegen so verborgen.

Dir reichte es nicht, alleine zu sein.
Du willst uns als deine Kinder.
Als Schwestern und Brüder deines Sohnes
Erfüllt mit heiligem Geist.

Lass uns etwas erahnen von deinem Leben,
von deiner Liebe, von deiner Barmherzigkeit,
damit wir etwas davon weitergeben können
an die Menschen, die uns brauchen,
von denen wir leben.

Unsere Welt schreit aus vielen Wunden
Nach einem solchen Gott
Nach solchen Menschen.

Georg Kappeler SJ
Bild: Peter Weidemann | In: Pfarrbriefservice.de

Feier des Hochfestes Fronleichnam

Feier des

Hochfestes

Fronleichnam

Donnerstag, 11. Juni 2020

Aufgrund der aktuellen Situation findet in diesem Jahr leider keine Schiffsprozession statt.

Gottesdienste an diesem Tag:

09:00 Uhr: Festgottesdienst in Heilig Kreuz in Schondorf, anschl. kurze Eucharistische Andacht

10:30 Uhr: Festgottesdienst in Mariä Heimsuchung in Utting, anschl. kurze Eucharistische Andacht

Aufgrund der begrenzten Anzahl der Gottesdienstteilnehmer sowie der vorgegebenen Abstandregelung, können leider in diesem Jahr größere Abordnungen der Vereine mit ihren Fahnenabordnungen nicht wie gewohnt teilnehmen.

Wir danken für Ihr Verständnis!

 

 

 

 

 

 

 

Pfingsten für Kinder erzählt

Hallo liebe Kinder,

habt Ihr schon mal gehört, dass die Kirche auch einen „Geburtstag“ hat?
Der Geburtstag der Kirche ist „Pfingsten“.
Was die Freunde von Jesus damals am ersten Pfingstfest erlebt haben, das erfahrt Ihr in der Geschichte „Pfingsten für Kinder erzählt“ hier auf der Homepage.

Pfingsten | Anders denken, reden, handeln

PFINGSTEN 2020 | 31. Mai 2020

Aus dem Evangelium nach Johannes 20,19:

„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger bei verschlossenen Türen aus Furcht vor den Juden beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den heiligen Geist.“
 

Rechtzeitig zu Pfingsten blühen in diesem Jahr in den Gärten die Pfingstrosen. Ein ganz ermutigendes Zeichen für uns, dass Pfingsten nicht der Pandemie zum Opfer fallen kann. Zum gewohnten Feiern in der Liturgie taugt das Pfingstfest in diesem Jahr allerdings nicht. Das kümmert den Geist Gottes, den heiligen Geist auch kaum. Dieser Geist weht, wo und wann er will.

Der Verfasser der Apostelgeschichte zieht alle Register: Vom Brausen mit Feuerzungen bis zum Sprachenwunder ohne alle Grenzen ist bei Lukas die Rede. Kein Wunder, dass manche die Jünger für betrunken hielten.

Auf der anderen Seite aber berichtet das Evangelium von Jüngern, die sich weggesperrt haben aus Angst: geschlossene Gesellschaft! Nicht aus eigener Anstrengung kommt der Wandel, sondern weil Gott eingreift mit seinem Geist: So werden Türen aufgestoßen, so wagen sich Verschreckte in die Öffentlichkeit, so finden Menschen eine neue Sprache. Sie fassen Mut, hinauszugehen, Partei zu ergreifen, Zeugnis abzulegen.

Pfingsten erwies sich damals als Wunder eines Grenzen überschreitenden Verstehens. Das bedeutet Verständigung statt Verwirrung, Einheit trotz Vielfalt. Sammlung statt Zerstreuung - das Wort global möchte man jetzt verwenden. Das wäre ein wunderbares Ergebnis nach aller Pandemie! Wo also Sprache nicht mehr versagt, sondern der Verständigung dient – im Großen wie im Kleinen. So ängstlich wie damals reagieren diejenigen, die den Geist aussperren wollen, aus Angst er könnte etwas verändern und nicht alles beim Alten lassen. Man hat in unseren Tagen das Wort von der neuen Normalität geprägt. Vielleicht ist das Wort nur eine neue Verpackung für den Wunsch, es soll alles weltweit und in unserer Kirche so bleiben wie bisher.

Vier Wochen nach seiner Wahl zum Papst, im April 2013, stellte der Papst in einer Predigt fest: „Der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiter zu gehen. Das fordert uns aber nicht heraus. Wir wollen, dass der Heilige Geist sich beruhigt. Wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht. Denn er ist Gott und ist wie der Wind, der weht, wo er will. Er ist die Kraft Gottes, der uns Trost gibt und auch die Kraft, vorwärts zu gehen. Es ist dieses ‚Vorwärtsgehen‘, das für uns so anstrengend ist. Die Bequemlichkeit gefällt uns viel besser.“ Soweit Papst Franziskus. Der Heilige Geist - eine Belästigung, einer der uns mit der eigenen Bequemlichkeit konfrontiert. Der gezähmte heilige Geist – harmlos und langweilig. Störung unerwünscht. Änderung unerwünscht. Intervention unerwünscht. Es soll alles so bleiben, wie es ist.

Wir erkennen den Heiligen Geist an seinem Wirken: Er verändert. Er verändert Menschen, ja sogar das Antlitz der Erde. Der Heilige Geist ist der große Kommunikator. Jeder kann jeden und jede plötzlich verstehen, wenn wir mit dem Geist rechnen, wenn wir auf ihn bauen. Und was dann geredet wird, ist kein Geschwätz oder oberflächlicher Tratsch.

Geist ist Bewegung, Dynamik, Energie, Wind, Hauch, Atem – Zeichen für Leben. Er ermöglicht Einheit und Verstehen. Dieser Geist kann eingreifen in unsere Lebens- und Leidensgeschichten und in unsere Glaubensgeschichten. Er kann heilen, wieder Leben einhauchen, wo alles kalt und abgestorben ist.

Unsere Lebenswunden, unsere Enttäuschungen, unsere toten Punkte – halten wir sie Gott hin, auch unsere Enttäuschung über die Kirche, und bitten wir Gott um seinen heiligen Geist, der unberechenbar ist, subversiv und kreativ.

An unseren Früchten wird man uns erkennen – als Christen: an unseren Einstellungen, an unseren Mentalitäten, an unseren Methoden, am Umgang miteinander. Konkretes Hoffen, Ausdauer, Geduld – das sind biblische, von Paulus aufgestellte Kriterien. Wenn wir beginnen, anders zu denken, anders zu reden, anders zu handeln als das, was der Mainstream vorgibt, auch der kirchliche Mainstream – dann geben wir zu erkennen, wes Geistes Kinder wir sind.

Pfingsten ist für Überraschungen gut. Das muss allen Angst machen, für die alles klar ist, geordnet, ausgemacht – auch in der Kirche. Unverzichtbar ist der Geist Gottes für die Kirche. Er fordert sie immer wieder heraus zum Experiment und zum Wagnis. Wir brauchen ihn dringend. Eine geist-lose Kirche können wir uns nicht leisten: sie kreist nur um sich selber. Inspiration und Korrektiv ist gefragt für eine geisterfüllte Kirche.

Das Wirken des Geistes Gottes lässt sich nun nicht auf die Kirche einschränken – da macht dieser Geist Gottes nicht mit. Das Wirken dieses Geistes ist global - oft deutlicher spürbar in Menschen, die aus dem Bereich ihrer Wissenschaft und nicht aus dem Glauben kommen. Die Gedanken unseres Papstes Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“, seiner Umwelt-Enzyklika finde ich wieder im Buch einer ganz jungen Wissenschaftlerin (Maja Göpel). Das Buch hat den Titel „Unsere Welt neu denken“. Leidenschaftlich setzt sie sich ein für unseren Planeten, den einzigen, den wir zur Verfügung haben. Papst Franziskus formuliert: Unser Planet, unser Haus, das einzige, das wir haben – und das für alle. Geisterfüllte Appelle von einer jungen Frau und von einem alten Papst.

Man kann in salbungsvollen Worten vom Heiligen Geist reden. Diese dispensieren uns aber nicht von der Frage: Was bedeutet mir der Heilige Geist – rechne ich mit ihm? Was heißt es heute Christin oder Christ zu sein, Glaube nicht nur aus Tradition oder Gewohnheit zu leben? Dort wo wir es nötig haben, erinnern wir einander auch daran, dass dieser Geist auch ein Tröster-Geist ist, wie es in unseren Liedern heißt – wenn wir die geisterfüllte Umarmung brauchen.

Georg Kappeler SJ

Bild: Peter Weidemann | in: Pfarrbriefservice.de

Gottesdienst zum 7. Ostersonntag - Aufzeichnung aus Heilig Kreuz in Schondorf

Da wegen der Corona-Pandemie der Gottesdienst nicht von allen Interessierten besucht werden kann, haben wir ihn für Sie aufgezeichnet.

Folgende Lieder werden gesungen:

  • Gloria: GL 170, 1+2 - "Allein Gott in der Höh sei Ehr"
  • Sanctus: GL 199 - "Heilig ist Gott in Herrlichkeit"
  • Schlusslied: GL 395, 1-3 "Den Herren will ich loben"

Hinweis: Selbstverständlich beachten wir die Schutzbestimmungen und die Ausführungsbestimmungen der Diözese Augsburg. Die beiden Ministrantinnen halten die Abstände zueinander nicht ein, da sie Schwestern sind und im gleichen Haushalt wohnen.

Siebter Sonntag der Osterzeit | In der Welt, nicht von der Welt

Siebter Sonntag der Osterzeit | 24. Mai 2020

Aus dem Evangelium nach Johannes 17,1:

„In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: ... Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehören dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. … Für sie bitte ich … Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt.“

Das Hauptwort dieser Tage und Wochen heißt Krise. Wie kommen wir heraus aus dieser sogenannten Krise? Das griechische Wort „Krisis“ heißt Entscheidung – Unterscheidung. Der Mann aus Nazareth hat dazu zwei bemerkenswerte Sätze gesprochen:

„Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selber verliert.“ Und der andere Satz: „Sammelt euch nicht Schätze, die Motten und Rost zerfressen …“ Wir merken sofort: Das sind Sätze nicht von dieser Welt, aber in dieser Welt – in diese unsere Welt gesprochen. Der Mensch, nicht der Profit ist die oberste Maxime allen Fühlens, Denkens und Handelns. Das ist Krisis in der momentanen Krise. Unterscheidung und Entscheidung. Von einer Kirchenkrise redet man schon seit zehn Jahren – das pfeifen die Spatzen schon vom Dach. Sehr bald war auch die Rede von der Gotteskrise: Es lebt sich doch auch ganz gut ohne Gott.

Zu diesem Thema nun auch zwei unkonventionelle Orte: In Stuttgart nannten Sr. Margret und ich den Ort "Maria della Strada". Vorbild war für uns ein Ort in Paris: An der Place Pigalle führt ein katholischer Priester eine Kneipe für Prostituierte. Von dieser Kneipe erzählt Michele, eine junge Frau und selbst Prostituierte, wie sie diesen Ort erlebt: „Immer an einen bestimmten Ort gehen zu können, dort immer dieselben Menschen zu wissen, das ist Sicherheit des Daseins ... Wissen, dass da eine offene Türe ist, ein Haus für jene, die keines haben, ein Herz, das einem zuhört … und einfach ein Ort, wo man keine Angst zu haben braucht, weinen kann und sein Leben ändern, wenn es auf Abwege geraten ist ... ein Ort wo immer jemand für einen da ist, ein Tabernakel ohne Hostie, ein ewiges Licht, ein Tabernakel von Menschen für Menschen.“

Die Kneipe für Prostituierte – ein Tabernakel von Menschen für Menschen? Vielleicht wird man bei dieser jungen Frau Michele und ihrer mutigen Aussage blasphemische Töne heraushören wollen. Das geht doch nicht: Die Kneipe mit einem Tabernakel vergleichen!

Wer daran Anstoß nimmt, muss an Gott selber Anstoß nehmen. Denn die ganze biblische Botschaft verkündet unseren Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus nicht als einen Gott des Todes, sondern des Lebens. Gott ist ein Liebhaber des Lebens und als solcher buchstäblich in das Leben der Menschen verliebt. Denn Gottes Urabsichten und seine elementaren Anliegen für den Menschen heißen: Leben. Ich will, dass sie das Leben haben – und es in Fülle haben, sagt uns das Wort des lebendigen Gottes, Jesus von Nazareth.

Das heutige Evangelium schlägt ganz unkonventionelle Töne an, vielleicht kann man sagen: spirituelle Töne. Das Thema, das Jesus im heutigen Evangelium zum Klingen bringt, dieses Thema heißt: Der Mensch ist das Herzensanliegen seines und unseres Gottes.

In der Welt sein, aber nicht von der Art dieser Welt, nicht von ihr abhängig. Darum geht es: In dieser Welt, aber nicht abhängig von ihren Strukturen, die nichts anderes sind als geronnener Egoismus. So kann sich eine neue Freiheit ergeben, eine Souveränität in allen Auseinandersetzungen.

Im heutigen Evangelium darf nicht übersehen werden: Jesus betet zu seinem Vater für die Seinen – er betet für uns. Der Glaube an diesen Jesus will uns Christen nicht aus der Welt und ihren Problemen hinaus befördern. Ganz im Gegenteil! Jesu Gebet ist eine Einladung zur Freiheit, eine Ermutigung zu Geduld und Kampf, zum Vertrauen, einem Vertrauen, das angefochten, aber nicht letztlich erschüttert werden kann. Es ist eine Einladung zu kreativen Alternativen, zu neuen Initiativen, die beim Menschen ansetzen – ihn retten vom Abfallhaufen, auf den die Machtgeschichte ihn geworfen hat. Wenn die Christen und die Kirchen sich darauf einlassen, kann die Welt anders werden, nicht heil – da steht die bleibende Schuldfähigkeit des Menschen im Wege – aber heiler und menschenfreundlicher als sie jetzt ist. Dafür lohnt sich der Einsatz. So kann ein realistisches Gebet nur lauten:

Gott Du hast mich in diese Welt verwiesen.
Ich habe sie mir nicht ausgesucht.
Du erwartest von mir nicht,
dass ich alle Fragen löse,
aber dass ich dem Bösen widerstehe.
Darum hat Jesus selber gebetet.

Georg Kappeler SJ

Christi Himmelfahrt | Glaube, der die Erde liebt


Christi Himmelfahrt 2020 | 21. Mai
2020

Aus dem Evangelium nach Matthäus 28,16-20:

„In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Aus der Apostelgeschichte 1,3-11:

Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, siehe da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“


Im Schwarzwald (wo ich lange lebte) lässt der Frühling in jedem Jahr ziemlich lange auf sich warten. Rechtzeitig zum Fest Christi Himmelfahrt aber sind die Schlüsselblumen da. Im Alemannischen, besonders in der Schweiz heißen sie „Himmelsschlüsseli“. Die Schlüssel zum Himmel sind auf dieser Erde zu finden, will das wohl heißen. Für mich sind diese gelben Frühlingsboten ein lebendiger Kommentar zu dem Satz aus der Apostelgeschichte: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ An Christi Himmelfahrt offenbart sich ein Glaube, der die Erde liebt.

Bei jedem Fest im Kirchenjahr feiern wir nicht etwas Vergangenes – etwas, was damals war. Wir feiern immer unser eigenes Leben, unsere eigene Hoffnung. Das ist besonders wichtig beim heutigen Fest. Der Name „Christi Himmelfahrt“ und die Bilder in der Kunst verleiten ja fast zu einem Missverständnis: Himmelfahrt Jesu – also ist er weg von der Erde, zurückgekehrt in einen fernen Himmel, nach einem kurzen Zwischenspiel auf der Erde. Das kann es wohl nicht sein, was wir feiern.

Das heutige Fest ist kein Abschiedsfest, sondern das Fest einer neuen Nähe: Jetzt ist Er nicht nur den Menschen von damals nahe – gebunden in Raum und Zeit in der Landschaft Galiläas. Heute ist er uns allen nahe, nicht nur den Jüngern von damals in dem Land am Rand der Welt.

Himmel ist, wo wir Menschen uns auf diesen Jesus einlassen, wo wir es wagen mit seiner ohnmächtigen Liebe, wo wir seine Botschaft vom Leben weitertragen, wo wir nicht wie die Jünger von damals zum Himmel starren, sondern nach vorne schauen, voll Vertrauen, dass er da ist. Nicht in einen fernen Himmel fliehen, sondern ein Stück Himmel auf die Erde ziehen. So feiern wir Christi Himmelfahrt richtig.

Und dabei müssen wir uns immer wieder sagen lassen: Wir sind als Christinnen und Christen nicht dazu berufen, für das Überleben der Kirche zu sorgen, sondern für das Wohl und Heil der Menschen. Wir beteiligen uns an dem Projekt Jesu Christi: Die Menschen sollen das Leben in Fülle haben. Und das heißt Hand anlegen, Zupacken und nicht zum Himmel starren, ondern menschliche Begegnung im Sinne Jesu.

Die Himmelsschlüsseli wachsen eben auf dieser Erde. Daran ist zunächst gar nichts Himmlisches. Geht zu den Menschen, sagt Jesus. Das muss nicht gleich die ganze Welt sein. Das sind die Menschen in unserem Lebensumfeld, die Familie, die Nachbarschaft, die Gemeinde – unser Tal. So wird ein wenig Himmel auf Erden. So ist die Welt gegen den häufigen Anschein nicht von allen guten Geistern verlassen.

Es ist die erstaunliche Erfahrung der ersten kleinen Christengemeinden nach der Himmelfahrt Jesu: Gerade der, den man verspottet und getötet hatte, er hat in Wahrheit Macht über alle Herzen. Sein Reich des Geistes ist stärker als jedes Reich, das Menschen irgendwann im Laufe der Geschichte gegründet haben. Alle Throne dieser Welt werden vom Strom der Zeit hinweggeschwemmt. Einzig die Überzeugung von der Allmacht der Liebe überdauert alles. Die Liebe ist glaubhaft für die Menschen aller Zonen und Zeiten. Im Raum solcher Erfahrung von Liebe können wir spüren, was unsere wahre menschliche Bestimmung ist: Jeder Mensch ist ein Kunstwerk – in die Zeit gegeben – geschaffen für die Ewigkeit – gebildet im Himmel – wie eine Leihgabe des Göttlichen in diese Welt. Aber der Mensch wird nie aufhören sich nach dem Himmel zu sehen.

Man hat dem Christentum den Vorwurf gemacht, dass es mit dieser Botschaft von der Himmelfahrt im Grund die Weltflucht predige. Die Wirklichkeit ist aber gerade umgekehrt: Wir müssen erfüllt sein von der Gewissheit unserer ewigen Bestimmung, damit wir diese Welt bestehen können. Wir brauchen diesen Ausblick, um inmitten dieser Welt die Hoffnung nicht zu verlieren.

Das jährliche Fest Christi Himmelfahrt ist ein alljährliches Einüben in Glauben, Hoffen und Lieben.

Georg Kappeler SJ

Wiederzulassung von Gottesdiensten / Kommunionempfang

Nachdem nun an zwei Wochenenden wiederum Eucharistiefeiern in unserem Bistum stattfinden konnten, wenn auch mit der Beschrän-kung auf die zwei größten Pfarrkirchen einer Pfarreiengemeinschaft,  wird  diese  Anordnung  der  Ausführungsbestimmungen  vom  29.  April 2020  nun  aufgehoben.  Allerdings  ist  unbedingt  zu  beden-ken,  ob  es  sinnvoll  ist,  in  jeder Kirche  einer  Pfarreiengemein-schaft  bereits  wieder  sonntägliche  Eucharistiefeiern  anzubieten. Vor allem  auf dem  Hintergrund des Fassungsvermögens vieler dörflicher Pfarrkirchen muss geprüft werden, ob dies auch praktikabel erscheint.  
 
Dies kann allerdings ab sofort vor Ort entschieden werden. Die Regelungen des Schutzkonzeptes der bayer. (Erz-)Diözesen gelten weiterhin unein-geschränkt.
 
Der Kommunionempfang, der für alle Gläubigen nun ab dem Hochfest Christi Himmelfahrt
wiederum möglich ist und auch in allen Eucharistiefeiern angeboten werden muss, ist ebenfalls in diesem oben genannten Schutzkonzept geregelt. Der Sinn dieser Vorgaben liegt darin, zum einen den Abstand zum Empfänger möglichst zu gewährleisten, aber vor allem den Körperkontakt zum Empfänger der Kommunion unbedingt zu vermeiden; deshalb die klare Vorgabe, vor der Spendung der Kommunion die Hände zu desinfizieren, Handschuhe anzulegen und bei der Kommunionspendung die Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die Mund-Kommunion ist weiterhin nicht möglich.

Domkapitular Harald Heinrich

Gottesdienst zum 6. Ostersonntag - Aufzeichnung aus Heilig Kreuz in Schondorf

Da wegen der Corona-Pandemie der Gottesdienst nicht von allen Interessierten besucht werden kann, haben wir ihn für Sie aufgezeichnet.

Folgende Lieder werden gesungen:

  • Gloria: GL 167 - "Dir Gott im Himmel Preis und Ehr"
  • Sanctus: GL 198 - "Heilig bist Du, großer Gott"
  • Schlusslied: GL 534, 1+4 "Maria, breit den Mantel aus"

Hinweis: Selbstverständlich beachten wir die Schutzbestimmungen und die Ausführungsbestimmungen der Diözese Augsburg. Die beiden Ministrantinnen halten die Abstände nicht ein, da sie Schwestern sind und im gleichen Haushalt wohnen.

Caritas-Sozialzentrum - Zuerst Brand und jetzt Corona

Caritas-Sozialzentrum - Zuerst Brand und jetzt Corona

Wie in jeder Krise sind auch jetzt durch Corona die Schwachen am meisten betroffen: die, die sowieso schon zu kämpfen haben. Für sie alle ist seit vielen Jahren der Caritasverband Stadt und Landkreis Augsburg unermüdlich tätig. Als Berater und Unterstützer, aber auch tatkräftig anpackend mit dem Sozialzentrum in der Depotstraße in Augsburg und dem angeschlossenen Cafe Werthmanns. Im Sommer 2018 war das gesamte Gebäude nach einer Brandstiftung abgebrannt, es wurde wieder aufgebaut – und gerade erst im Januar dieses Jahres neu eröffnet. Dann kam die Pandemie, der Lockdown. Trotzdem gingen die Sozialberatungen weiter, und gemeinsam hat das Team auch aus dieser Krise das Beste gemacht.

Auch Ehrenamtliche unserer Pfarreiengemeinschaft haben in der Flüchtlingskrise das Caritas-Sozialzentrum in Augsburg schätzen gelernt. Hier konnte einigen Geflüchteten unbürokratisch mit Möbeln, Kleidung und Beratung geholfen werden. Wir freuen uns, dass die wichtige und absolut unverzichtbare Arbeit des Sozialzentrums nun wieder aufgenommen werden kann.

Sechster Sonntag der Osterzeit | Hoffnung

Sechster Sonntag der Osterzeit | 17. Mai 2020

Lesung: aus dem ersten Petrusbrief 3,15:

„Heiligt in eurem Herzen Christus den Herrn. Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt. Antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig ...“

Evangelium: nach Johannes 14,15:

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit ... Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen ...“

Das Wort Hoffnung ist in diesen Tagen in aller Munde:

Wir hoffen, dass die einschränkenden Corona-Maßnahmen bald wieder aufgehoben werden.

Wir hoffen, dass ein Mittel gegen dieses Virus gefunden wird.

Wir hoffen, dass dieses Mittel dann allen Menschen unserer Erde zur Verfügung steht, auch wenn sie es nicht bezahlen können. Hoffentlich -  möchten wir da ehrlichen Herzens sagen.

Der Petrusbrief ist heute für uns geschrieben. Da haben wir doch gehört: „Seid stets bereit, jedem zu antworten, der euch wegen der Hoffnung, in der ihr lebt, zur Rede stellt.“ Leben wir so, dass jemand auf die Idee kommt, uns nach dem Grund unserer Hoffnung zu fragen?

Glauben – Hoffen – Lieben sind keine typisch christlichen Tugenden, es sind die tragenden Säulen allen Menschseins. Mal steht das Glauben im Vordergrund, mal das Hoffen, mal das Lieben. Immer aber ist das Eine mit den beiden anderen verbunden – immer aber gibt es das eine, wenn es auch die beiden anderen gibt: Glauben mit einem Schuss Hoffen und Lieben, Hoffen mit einem Schuss Glauben und Lieben,  Lieben mit einem Schuss Glauben und Hoffen.

Heute steht nun die Hoffnung im Vordergrund, dieser Petrusbrief macht uns darauf aufmerksam. Wir alle sind schon Menschen begegnet, die ausgesprochen oder unausgesprochen uns Christen sagen: Uns interessiert, wovon ihr lebt, was euch die Kraft gibt, immer neu anzufangen. Uns interessiert, was auch uns Zukunft eröffnet, wovon wir Sinn und Orientierung finden können für unser Leben. Ich behaupte: Wir alle haben schon einmal solche Fragen gehört – haben es vielleicht gar nicht bemerkt.

Ich lade Sie ein, in ihrer Umgebung solche Zeuginnen und Zeugen der Hoffnung, des Glaubens, Hoffens, Liebens zu entdecken. Sie werden sich nicht aufdrängen. Sie sind eben oft bescheiden, wie es im Petrusbrief heißt. Sie machen nicht groß von sich reden. Vielleicht achten wir auch gar nicht auf sie oder halten ihr Tun für selbstverständlich. Doch diese Menschen können uns helfen, die eigene Hoffnung zu entdecken: Aus welcher Hoffnung lebe ich?

Die Hoffnung führt uns nicht aus der Welt hinaus. Hoffnung führt zu den Menschen hin und ist leidenschaftlich an ihrer Zukunft interessiert. Es geht vorrangig nicht um die Hoffnung auf ein Jenseits – eingeschränkt: Hoffnung auf ewiges Leben, sondern Hoffnung auf Leben überhaupt, ein Leben, das auf unserer Erde seinen Anfang nimmt.

Die Kirche in der weiten Welt, unsere Kirchengemeinden werden nicht attraktiver durch diese oder jene pastoralen Tricks und Events, sondern nur durch die Hoffnung, die in uns lebt, die andere danach fragen lässt: Warum seid ihr nicht so wie alle? Wieso fangt ihr immer wieder an, mehr und anderes zu wollen als bloß euren Wohlstand? Warum passt ihr euch nicht an und bringt Fragen und Unruhe in unser Leben?

Ostern feiern heißt: Um den Geist Gottes bitten, damit wir aus dieser Hoffnung leben können, die stärker ist als alle Gegenkräfte und Untergänge, auch stärker als die Untergänge von Schuld und Tod. So wollen wir gegenseitig auf uns achten und uns in der Hoffnung stärken, damit wir leben können, gelassen und froh, engagiert und entschlossen. Dann werden wir uns gegenseitig mitnehmen auf unserem Hoffnungsweg.

Guter Gott, wir danken Dir für die großen Zeuginnen und Zeugen der Hoffnung in unserer Zeit, für alle, die im Einsatz ihres Lebens diese Hoffnung bekunden. Lass uns auch auf die kleinen Zeuginnen und Zeugen der Hoffnung achten, die unscheinbar und bescheiden ihre Hoffnung leben. Ja, wir wagen zu bitten: Lass uns unsere eigene Hoffnung neu entdecken. Lass uns so leben, dass auch andere nach dem Grund unserer Hoffnung fragen.   

Georg Kappeler SJ

Bild: Peter Weidemann; in: Pfarrbriefservice.de

Gottesdienste an Sonntagen

Die Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf informiert, dass ab 10. Mai 2020 nur sonntags und an Christi Himmelfahrt um 9 Uhr in Heilig Kreuz (Schondorf) und um 10:30 Uhr in Mariä Heimsuchung (Utting) jeweils ein Gottesdienst gefeiert wird, allerdings ohne Kommunionausteilung. An Werktagen finden keine Gottesdienste statt.

==> Details hierzu finden Sie hier <==

5. Sonntag der Osterzeit | Weg – Wahrheit – Leben


Fünfter Sonntag der Osterzeit
| 10. Mai 2020

Aus dem Evangelium nach Johannes (14,1):

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern. Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe, den Weg dorthin kennt ihr.

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, wie können wir dann den Weg kennen. Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm. Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns. Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen.


Heimat – Zuhause – Geborgenheit – diesen Dreiklang bringt Jesus heute im Evangelium zur Sprache. Jesus garantiert, dass dieser Dreiklang jetzt Wirklichkeit werden kann und soll. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – das möchte die Antwort an Philippus sagen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ – keine Vertröstung auf bessere Zeiten in einem besseren Jenseits. An Jesus Christus kommt schließlich keiner vorbei. Deshalb schreibt Petrus in seinem Brief: Er ist ein Stolperstein.

Deshalb können auch die Schriftgelehrten der damaligen Zeit mit Jesus nichts anfangen: Es gibt eben keinen Gott für Besserwisser – es gibt nur einen Gott, der so redet und handelt, wie Jesus es getan hat: Weg – Wahrheit – Leben – und zwar jetzt, hier und heute.

Ich will wissen und erfahren, wo ich hingehöre. Nicht nur die Millionen Flüchtlinge auf unserer Welt – wir alle sind auf der Suche nach etwas, was den Namen Heimat verdient.

Wissen, wo ich hingehöre. Ohne Überlebensangst in den neuen Tag gehen. Vertrauen in die Zukunft haben. An den Möglichkeiten des Lebens teilhaben. Meinen Glauben, meine Hoffnung, meine Liebe leben – und wissen, dass sie über das Heute hinaus Bestand haben.

Wie ein roter Faden durchziehen die Frage nach dem „Zuhausesein“ und das Motiv des „Wohnens“ das Evangelium von Johannes. Von Beginn an lässt er durchscheinen, wo Jesus „wohnt“, wo er daheim ist: in Gott.

Noch an der Schwelle zum Tod spricht Jesus selbst vom Wohnen. Als wüsste er darum, dass Menschen nichts nötiger haben als ein Zuhause. Mehr noch: eine Heimat, die überdauert, was auch immer jetzt ins Leben einbricht. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Nichts darin möchte er für sich behalten. Ganz im Gegenteil. Er ist in diese Welt gekommen, um das Leben der Menschen zu teilen und sie heimzubringen: alle! Dafür sind die vielen Wohnungen – für die vielen Menschen mit den ungleichen Lebensgeschichten und einzigartigen Gesichtern, in die sich das Leben wärmer oder kälter eingezeichnet hat. Für alle geht Jesus durch den Tod hindurch „um einen Platz für sie vorzubereiten“, einen Platz, an dem wir daheim ankommen und nicht nur irgendwo stranden.

An Ostern ist Jesus nicht allein bei Gott angekommen, sondern als erster von vielen Geschwistern. Er will nicht allein bleiben. Sein Weg darf unser Weg sein – in der Gewissheit, dass der Himmel aufgeschlossen ist. Nicht zuletzt, um uns daran zu erinnern, dass der Himmel nicht eine Zukunftsmusik ist, sondern da beginnt, wo Menschen einander Herberge geben und die Erschütterungen des Lebens solidarisch zu bestehen versuchen: in Asien, in Afrika oder in Deutschland. Die Realität Gottes zieht keine Grenzen. Das ist noch immer einer der schönsten Gründe für österliche Freude. (CIG, Vera Krause)

„Philippus, wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Jesus gibt nicht einfach eine Antwort. Andererseits ist sein Wort mehr als eine Antwort, wenn er zu Thomas sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. „Philippus, wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Da gibt es keine Ausflüchte und keine blassen Theorien. Alles ist von einer unüberbietbaren Schlichtheit und Eindeutigkeit.

Endlich einmal etwas Greifbares, etwas Fassbares, etwas Konkretes, womit man leben kann. Und das auch heute noch. Hier spricht jener Jesus Christus, der sich auf meine Seite schlägt, dem meine Blindheit, mein Unverstehen, mein Misstrauen, mein Versagen nicht fern sind, der sich selbst in die tiefsten Abgründe meines Lebens hineingewagt hat, in die Schuld, ja in den Tod, dort wo es keinen Gott gibt, auch wenn man noch so gescheit von ihm redet.

„Phillippus, wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ Hier fällt Licht auf mein Leben, wie ich es sonst von niemandem erwarten kann. So ernst kann nur Gott die Welt der Menschen nehmen. Aber es ist ein Ernst, der Mut gibt, der froh macht, ein Ernst, der befreit.

Georg Kappeler SJ

Anweisungen für die Feier der Sakramente/Sakramentalien

Anweisung des Bistums Augsburg für die Feier der Sakramente / Sakramentalien

Wenn auch mit erheblichen Einschränkungenkönnen nun wieder Gottesdienste in unseren Kirchen gefeiert werden. Für alle Eucharistiefeiern und alle weiteren gottesdienst-lichen Feiern gibt es ein verbindliches Schutzkonzept, um das Infektionsrisiko möglichst auszuschließen. Dieses Konzept gilt ebenso für die Feier der Sakramente und Sakramentalien.
 

ANWEISUNGEN FEIER SAKRAMENTE

Weltlachtag

Unser Beitrag zum Weltlachtag am 3. Mai:

O Maria, hilf!

Vor dem Altar in der Wallfahrtskirche in Andechs sitzt eine alte Frau und lässt die Rosenkranzperlen durch ihre Hände gleiten. Der Elektriker, der die Lautsprecheranlage für die Wallfahrt einrichtet, will die fromme Frau erschrecken und ruft ins Mikrophon: „Hier spricht Jesus, bekenne und bereue deine Sünden!“ Da er keine Reaktion der alten Frau bemerken kann, meint er, sie sei schwerhörig, und ruft noch mal und noch lauter: „Hier spricht Jesus, bekenne und bereue deine Sünden.“ Da steht die alte Dame auf und ruft zurück, dass es durch die ganze Kirche schallt: „Misch dich nicht ein. Ich spreche gerade mit deiner Frau Mutter!“

Gottesdienst zum 4. Ostersonntag - Aufzeichnung aus St. Anna in Schondorf

Da aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie der Gottesdienst nicht öffentlich stattfinden kann, haben wir ihn für Sie im kleinen Kreis aufgezeichnet.

Folgende Lieder werden gesungen:

  • Eingangslied - GL 144, 1+3 "Nun jauchzt dem Herren, alle Welt"
  • Kyrie - GL 163, 1 "Herr Jesus, Sohn des lebendigen Gottes"
  • Gloria - GL 172 "Gott in der Höh sei Preis und Ehr"
  • Zwischengesang - GL 37 "Der Herr ist mein Hirt"
  • Halleluja - GL 175,2
  • Gabenbereitung - GL 421, 1+2 "Mein Hirt ist Gott der Herr"
  • Sanctus - GL 193 "Heilig, heilig, heilig"
  • Agnus Dei - GL 735 "O Lamm Gottes, erstanden"
  • Danklied - GL 326 "Wir wollen alle fröhlich sein"
  • Schlusslied - GL 818, 1+7 "Alle meine Quellen entspringen in Dir"

Vierter Sonntag der Osterzeit - Leben in Fülle

Vierter Sonntag der Osterzeit | 3. Mai 2020

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (10,1):

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: wer in den Schafstall nicht durch die Türe hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Türe hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme. Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm. Denn sie kennen seine Stimme.

Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus, aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Türe zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.


Die Ostererzählungen sind nun zu Ende. Jetzt geht es um Beziehung zu diesem auferstandenen Herrn. Das Erkennen an der Stimme war für Maria aus Magdala das Entscheidende. Um die Stimme geht es auch im heutigen Evangelium.

Es ist schon etwas Wunderbares, wenn man am Telefon an der eigenen Stimme erkannt wird – wenn man die Stimme des anderen erkennt. So stelle ich mir die Stimme Jesu vor: unverwechselbar.

Der heutige Text war ein beliebtes Evangelium für die Einführung eines neuen Pfarrers. Aber dann bekommt der Text schnell einen falschen Akzent: Der Pfarrer wird zum Hirten, der weiß, wo es lang geht. Die Schafe haben zu folgen.

Nein Jesus ist der gute Hirt, nicht der Pfarrer. Der Pfarrer gehört zu den Schafen, die sich von Jesus führen lassen sollen.

Der gute Hirt hat ein Ziel: Er will die Schafe auf gute Weide führen, damit sie das Leben in Fülle finden. Wieder droht eine religiöse Verkürzung dieses Wortes. „Leben in Fülle“ meint nicht nur das Leben mit Gott, das Leben aus seiner Gnade. Es meint das Leben in all seinen Bezügen. Leben in Fülle, das heißt: gelungenes Leben, Gesundheit, Nahrung, Zukunfts-möglichkeiten, Würde, Recht. „Leben in Fülle“, das heißt Freude und Gemeinschaft mit anderen, Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, und mittendrin, nicht daneben: Leben mit Gott aus der Kraft seiner Liebe.

Nach einem solchen Leben sehnen sich alle Menschen. Vielen wird es vorenthalten durch strukturelle Gewalt in Wirtschaft und Politik, die Menschen zu Hunger und Unterdrückung verurteilt, oder durch unmittelbare Gewalt durch Militär und Polizei.

Anderen wird das Leben in Fülle verheißen durch die vielen Werbeangebote und Glückspiele. Die Werbung bedient sich dabei religiöser Symbole, um den Menschen anzusprechen. So wird Leben in Fülle vorgespielt.

Wenn die Kirche den Dienst Jesu am Leben fortsetzen will, dann muss das in seinem Geist geschehen. Der Dienst am Leben in Fülle verbietet auf jeden Fall alle Erziehung durch Angst. Durch Angst werden Türen zum Leben geschlossen, statt sie zu öffnen.

Der heutige Sonntag ist traditionell der Tag der geistlichen Berufe. Er ist besonders gewidmet dem Gebet um Priester- und Ordensnachwuchs. Wir alle sind aber eingeladen, diesen geistlichen Beruf in uns zu entdecken, dem anderen zum Leben zu dienen. Solche Kirchengemeinden brauchen wir heute, wo Menschen aufgehoben und begleitet werden, wo ihnen Vertrauen zum Leben geschenkt und ermöglicht wird.

Die Hirtenrede im heutigen Evangelium hat schon manche fragwürdige Deutung hervor-gebracht. Zu verführerisch ist das Bild vom Hirten und den Schafen, als dass es nicht für die Rechtfertigung von Macht über Menschen missbraucht werden kann – auch im Raum religiöser Institutionen. Der geistliche Beruf ist eine Berufung zum Dienen. Dazu sagte mal einer: Dienen wollen sie alle – aber am liebsten in gehobener Position.

In der französischen Sprache gibt es das Wort „pâture“ – zu Deutsch: Weide. Im Deutschen kennen wir das Wort Pastoral. Pastoral hat dann wohl kaum etwas mit Organisation zu tun. Ein Pastor – wie man im Norddeutschen sagt, ist dann eine oder einer, die von einer Weide erzählen, die sagen können, wo es solche gibt – spirituelle, geistliche Orte, „Rastplatz am Wasser“. Pastoral kann dann nur heißen: Suchen nach solchen Weideplätzen, sie aufzeigen, davon erzählen – so wie es die Bienen tun im Bienenstock mit ihrem Schwänzeltanz.

Ist das nicht die wundervolle Berufung für jede getaufte Christin, für jeden getauften Christen? Karl Rahner hat das so formuliert: Jeder Getaufte ist ein geweihter Seelsorger. Und im Sinne Jesu füge ich hinzu: Die Seelsorge kennt nicht nur das männliche Geschlecht.

Von einer Stimme war zu Beginn die Rede. Diese Stimme spricht uns beim eigenen Namen an, sie erkennt uns und meint uns ganz persönlich.

So möchte ich jetzt einladen: Sagen wir gemeinsam „Der Herr ist mein Hirte“ - sonst niemand.

Georg Kappeler SJ

Interview zum Schutzkonzept für öffentliche Gottesdienste

Ab 4. Mai gilt in ganz Bayern das Schutzkonzept für die Feier öffentlicher Gottesdienste, das die Freisinger Bischofskonferenz gemeinsam mit der bayerischen Staatsregierung ausgearbeitet hat. Der Ständige Vertreter des Apostolischen Administrators Monsignore Harald Heinrich spricht im Interview mit katholisch1.tv über das Schutzkonzept und die Ausführungsbestimmungen des Bistums Augsburg.

Schutzkonzept und Ausführungsbestimmungen für Gottesdienste

Das Bistum Augsburg hat heute gemeinsam mit den (Erz)-Bistümern der Freisinger Bischofskonferenz ein mit der bayerischen Staatsregierung abgestimmtes Schutzkonzept für die öffentliche Feier von Gottesdiensten und zugleich Ausführungsbestim-mungen für die Diözese vorgelegt. Die Vorschriften gelten ab dem kommenden Montag, 4. Mai.

Schutzkonzept

Ausführungsbestimmungen

Der Blick der Virologen auf die Corona-Krise reicht nicht aus

Der öffentliche Diskurs in der Corona-Krise wird vor allem von Virologen bestimmt. Das ist wichtig, reicht aber nicht aus, schreibt der Gerontologe Hermann Brandenburg in einem Gastbeitrag für katholisch.de. Auch theologische, ethische sowie pflegefachliche Fragen müssten gestellt werden.

Zum Artikel



 

Gottesdienst zum 3. Ostersonntag - Aufzeichnung aus St. Leonhard in Utting

Da aufgrund der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie der Gottesdienst nicht öffentlich stattfinden kann, haben wir ihn für Sie im kleinen Kreis aufgezeichnet.

Folgende Lieder werden gesungen:

  • Eingangslied - GL 328 "Gelobt sei Gott im höchsten Thron"
  • Kyrie - GL 157 "Herr erbarme Dich"
  • Gloria - GL 170 "Allein Gott in der Höh sei Ehr"
  • Zwischengesang - GL 334 "O Licht der wunderbaren Nacht"
  • Halleluja - GL 175,6
  • Gabenbereitung - GL 188 "Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen"
  • Sanctus - GL 199 "Heilig ist Gott in Herrlichkeit"
  • Agnus Dei - GL 208 "Christe, du Lamm Gottes"
  • Danklied - GL 400 "Ich lobe meinen Gott"
  • Schlusslied - GL 832 "Großer König aller Völker"

Dritter Sonntag der Osterzeit - Barfuß

Dritter Sonntag der Osterzeit | 26. April 2020

Aus dem Evangelium nach Johannes (21,1):

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise: Simon Petrus, Thomas, Natanael aus Kana in Galiäa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zum Essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fisch war es ...

Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. ... Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst. Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

Das war das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.


Osterbrunch

(Wir Alemannen – ich selber gehöre auch zu diesem Volksstamm – gelten als ziemlich wortkarg. Das vollmundige Reden liegt uns nicht. Den Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti kann man in seinem Dichten und Reden nur verstehen, wenn man um diese Alemannische Wortkargheit weiß.)

Kurt Marti klagt einmal darüber, dass in den Gottesdiensten oft viel zu große „Wörter“ gemacht werden. Hinter diesen „Wörtern“ fehlen die echten Worte – das gelte besonders für Ostern. So hat er einen unvergesslichen Haiku kreiiert, der lautet so:

Die großen Wörter
zu große Schuhe
Was ist zu tun?
Barfuß dann halt.

An diesem Ostern 2020, ohne das feierliche Exsultet (Frohlocke) der Osternacht, ohne die Orchestermesse am Ostersonntag haben wir das Osterfest barfuß gelebt und erlebt.

Auf ganz feinfühlige und gar nicht verletzende Weise stellt das kleine Gedicht die Frage: Die großen Wörter von Ostern, mit den wir daherkommen: Sind es Worte des Lebens für den Einzelnen, für die ganze Gemeinschaft der Glaubenden, für eine Welt, die dringend der Worte des Lebens bedarf?

In vielen Gesängen und Gebeten kommt der Auferstandene in der Siegerpose daher. In den Ostergeschichten der Evangelien geht es „barfüßig“ zu:

  • Da begegnet Mirjam aus Magdala einem Gärtner, der nur ihren Namen ausspricht und alles bedeutet Leben.
  • Auf dem Weg nach Emmaus ist es ein Wanderer, der ihnen das Herz brennen lässt.
  • Zu den Jüngern, die sich aus Angst vor den Juden verrammelt haben, sagt er als erstes: Der Friede sei mit euch.
  • Thomas darf den Finger in seine Wunden legen.
  • Über das heutige Evangelium darf man geradezu Schmunzeln: In der Morgenfrühe schickt Jesus seine Jünger zum Fischen. Als sie zurückkommen, ist das Frühstück fertig.

Alles in diesen Ostergeschichten ist Begegnung. In diesen Begegnungen ereignet sich Leben – von Siegen und Herrschen des Auferstandenen keine Spur. „Barfuß“ geschieht da alles – wirkliches Leben.

Was ist uns nun vom diesjährigen Ostern geblieben? Ich formuliere das für uns einmal in ein Credo:

Ich glaube an Gott
weil das Erfahren von Liebe und Begegnung
von Fragen und Zweifeln
von Gemeinschaft und Einsamkeit
mich auf ihn hoffen lässt

Ich glaube an Gott
der nicht herrscht, sondern wirkt
indem er allem Sinn verleiht
weil er alle liebt

Ich glaube an Jesus Christus
der durch sein Wort und sein Handeln
durch seine Begegnung mit Menschen
uns einen Weg gezeigt hat
auf dem wir anderen helfen
auf dem uns selbst geholfen wird

Ich glaube an Jesus Christus
der sterben musste
weil er so vieles in Frage gestellt hat
ich glaube an seinen Tod
als Beginn von neuem Leben.

Ich glaube an den heiligen Geist
an das Leben Gottes in uns
in den Menschen die den Weg Jesu gehen
und in denen
die einen anderen Weg zum Heil gehen.

*********

Der Schweizer Pfarrer und Dichter Kurt Marti hat dazu sein „barfüßiges“ Ostergedicht:

Ihr fragt:
Gibt es eine Auferstehung der Toden?
Ich weiß es nicht.

Ihr fragt:
Gibt es keine Auferstehung der Toten?
Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur
wonach ihr nicht fragt:
Die Auferstehung derer die leben

Ich weiß nur
wozu er uns ruft
zur Auferstehung heute und jetzt

Georg Kappeler SJ

Verlängerung des Versammlungsverbotes

Das Bistum Augsburg hat das bestehende Versammlungsverbot im kirchlichen Kontext weiter verlängert. Gremiensitzungen und kleinere Veranstaltungen sind bis 31. Mai untersagt. Fortbildungen, Präsenzveranstaltungen und größere Zusammenkünfte wie etwa Pfarrfeste dürfen bis 31. August nicht stattfinden.

WEISUNG



Krisentelefon für Männer

Die Männerseelsorge des Bistums Augsburg richtet ab heute, Dienstag, 21. April, ein Krisentelefon speziell für Männer ein. Diese haben in den nächsten Wochen jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr die Möglichkeit, mit kompetenten Gesprächspartnern per Telefon und auf Wunsch auch per Video ins Gespräch zu kommen.

Für viele Männer bedeutet die derzeitige Corona-Pandemie eine ungewöhnliche Situation, in denen ihnen beispielsweise im Homeoffice oft der direkte, persönliche Kontakt zu Kollegen fehlt. Einige steuern zudem auf eine massive seelische Krise zu, in der sich Belastungen zuspitzen oder die Bewältigung neuer, unerwarteter Herausforderungen schwierig wird. So entwickeln Männer plötzlich Ängste oder Aggressionen, sie erleben Leere, erfahren depressive Verstimmungen oder es kommen Fragen zum Glauben und zur Spiritualität auf. Zu diesen Themen können Interessierte am Männertelefon mit einem erfahrenen Ansprechpartner ins Gespräch kommen.

Während der Sprechzeiten können auch andere Telefontermine vereinbart werden. Es ist zudem möglich, Gesprächstermine per E-Mail auszumachen.

Folgende drei Ansprechpartner stehen zur Verfügung:

Der Sozialpädagoge Gerhard Kahl, Männer- und Gewaltberater, Telefon 0831/ 697283315, E-Mail: gerhard.kahl@bistum-augsburg.de,

der Theologe Franz Snehotta, Coach und geistlicher Begleiter, Telefon 0731/ 9705943, E-Mail: franz.snehotta@bistum-augsburg.de

sowie der Sozialpädagoge Peter Karl, Psycho- und Traumatherapeut, Telefon 0821/ 6503944, E-Mail info@peter-karl.de

Weitere Infos zu den Gesprächspartnern finden sich auf den Seiten der Männerseelsorge.

P. Norbert Becker: "In dieser schweren Zeit"

Die Corona-Pandemie legt zur Zeit das öffentliche und kirchliche Leben in den Gemeinden lahm. Alle christlichen Kirchen laden aber herzlich zum privaten Beten und Singen zuhause ein.

Eine Hilfe hierzu kann ein neues Lied von Pater Norbert M. Becker (Oase Steinerskirchen) sein. Er hat aktuell zusammen mit dem Texter Franz-Thomas Sonka (Münster) ein neues Lied „In dieser schweren Zeit“ geschrieben.

Die Noten können hier herunter geladen werden.

Das Lied können Sie auch direkt bei YouTube anhören.